Julia Koschitz ist ein Shootingstar mit Zeitproblem

Shooting-Star der Saison: Julia Koschitz (hier in „Ruhm“). Foto: NFP/Little Shark/Martin Menke/dapd
Shooting-Star der Saison: Julia Koschitz (hier in „Ruhm“). Foto: NFP/Little Shark/Martin Menke/dapd
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Julia Koschitz ist der Shooting-Star der Saison. Sie kann alles: Theater, Fernsehen, Kino, komisch und ernst. Nur am Zeitmanagement hapert es noch gelegentlich. So bleibt häufig zu wenig Zeit zum Tanzen. Doch da hat die Schauspielerin noch einen Traum.

Essen.. Julia Koschitz („Uns trennt ein Leben“, Mittwoch, ARD, 20.15 Uhr; Kinofilm „Ruhm“) ist der Shooting-Star der Saison. Sie kann alles, Theater, Fernsehen, Kino, komisch und ernst. Nur mit dem Tanzen hat es nicht geklappt. Und da hat die Schauspielerin noch einen Traum.

Das große Publikum kennt Sie aus der SitCom „Doctor’s Diary“. Bedauern Sie, dass die Serie eingestellt wurde?

Julia Koschitz: (denkt nach) Schade, ja. Ich habe meine Rolle wahnsinnig gemocht. Aber ich bedaure das Ende der Serie auch nicht übermäßig. Ich verstehe, dass man Schluss gemacht hat, zu einem Zeitpunkt, als der Erfolg am größten war.

Welche Auswirkung hatte die Sitcom für Ihre Karriere?

Mit „Shoppen“ fing alles an

Koschitz: Die Innenwahrnehmung ist doch immer anders als die Außenwahrnehmung. Ich habe unterschiedliche Projekte gemacht, die mich beruflich angeschoben haben. Das war zum einen „Shoppen“, wichtig für mich was folgende Kinoprojekte anging. („Doctor´s Diary“ habe ich aber übrigens auch dadurch bekommen.) Mit „Allein unter Bauern“ mit Christoph M. Ohrt wurden dafür mehrere Leute im Fernsehbereich auf mich aufmerksam. Und dann kam „Doctor’s Diary“. Dadurch habe ich in den ersten Jahren hauptsächlich komödiantische Sachen gemacht. Mit dem Film „Uns trennt das Leben“ hat sich das geändert. Danach waren es eher dramatische Stoffe.

Hatten Sie zwischenzeitlich Angst, auf Ulknudel festgelegt zu werden?

Koschitz: Nee, hatte ich nicht. Ich, für mich, hatte nie die Befürchtung, auf irgendeinen Bereich zu sehr fixiert zu werden. Ich habe immer unterschiedliche Genres und Rollen abgedeckt. Wenn nicht im Film, dann parallel dazu auf der Bühne.

Sie sprechen sehr bedächtig. Sind Sie ein überlegter Mensch?

Koschitz: (lacht) Ganz und gar nicht. Ich versuche gerade nur, mich so klar wie möglich auszudrücken – und so kurz wie möglich. Beim Handeln bin ich nicht immer der überlegte Typ.

Sind Sie da eher spontan?

Koschitz: Kommt drauf an.

Sie kann sich ein Nein leisten

Wie sieht’s bei der Auswahl Ihrer Projekte aus?

Koschitz: Da lass' ich mir Zeit, da überlege ich lange, rede drüber, und erst dann treffe ich meine Entscheidungen. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum man ein Projekt machen möchte, natürlich auch manchmal pragmatische Gründe. Ich war aber bisher in der glücklichen Lage, dass ich mir aus finanziellen Gründen noch kein Nein versagen musste.

Im vergangenen Jahr haben Sie sechs Mal ja gesagt…

Koschitz: Ja. Sogar noch ein bisschen mehr.

Haben Sie durchgearbeitet?

Koschitz: Nein. Ich habe zwei Hauptrollen gespielt, für die ich viereinhalb Wochen durchgehend gedreht habe. Mit Vorbereitung sind das sechs bis acht Wochen. Bei den anderen Projekten war es nur die Hälfte der Zeit – und damit etwas entspannter. Ich habe viel gearbeitet, ja, aber ich hatte immer Pausen dazwischen.

Kamen die Projekte schön der Reihe nach?

Koschitz: Eben nicht. Das ist ja das Los der Selbstständigen. Die erste Phase ist: Warum kommt nur nichts? Und die zweite Phase ist: Warum kommt jetzt alles auf einmal? Ich hatte mir im letzten Jahr schon gelegentlich die Frage gestellt, wie ich das alles unter einem Hut bekomme.

Sie lässt ihren Körper sprechen

Wären Sie gern das Sams mit den vielen Wunschpunkten?

Koschitz:: Um mir längere Tage zu wünschen?

Das darf sich auch wünschen, dass die Rollen in ordentlichen Abständen kommen.

Koschitz: Dann wär ich gern das Sams – am besten das ganze Leben lang.

Trotz allem lief das letzte Jahr gut. Haben Sie sich inzwischen damit abgefunden, dass Sie Ihren Kindheitstraum Ballett nicht verwirklichen konnten?

Koschitz: Ja schon lange. Gott sei Dank, bin ich keine Tänzerin geworden. Das wäre nicht gut gewesen - weder für mich, noch für die Zuschauer. Trotzdem bereue ich die Zeit nicht, ich habe gerne getanzt, habe gelernt, mit meinem Körper umzugehen, was mir auch bei meiner jetzigen Arbeit hilft: mit dem Körper zu sprechen.

Warum die Frau den leichteren Job hat

Tanzen Sie immer noch?

Koschitz: Ja, unbedingt. Freestyle halt. Ich würde aber auch gern… ist mir irgendwie fast peinlich…aber ich finde Tango toll.

Das ist doch nicht peinlich.

Koschitz: (lacht) Naja, man sollte es halt machen und nicht nur drüber reden. Es ist aber schwer, einen Mann zu finden, der sich auch dafür begeistert und der vor allem gut führen kann, was beim Tango wohl sehr schwer sein muss. Die Frau hat da den leichteren Job. Aber: Ich hab’s nicht aufgegeben. Vielleicht kriege ich’s ja noch mal hin.

 
 

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