Jetzt laufen Tierschützer Sturm gegen Aldis Billig-Steak

So erkenne ich, ob bei Lebensmitteln auf das Tierwohl geachtet wurde

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1,99 Euro für ein Schweinesteak – das Angebot von Aldi Süd schlägt hohe Wellen. Nun gehen auch Tierschützer den Discounter hart an.

Berlin.  Der Deutsche Tierschutzbund hat den Discounter Aldi Süd scharf kritisiert. „Tiere haben keinen Preis, sondern einen Wert. Ein Nackensteak für 1,99 Euro reduziert das Tier auf Ramschniveau“, erklärte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, unserer Redaktion.

„Die Billigpreispolitik des Handels wirkt kontraproduktiv“, so Schröder weiter. „Denn klar muss sein: Wenn tierische Produkte zu Billigpreisen verramscht werden, geht das auf Kosten der Tiere und der Landwirte. Handel und Discounter müssen endlich ihre ethische Verantwortung wahrnehmen und auf Billigangebote bei tierischen Produkten verzichten, denn jede Preissenkung senkt das Tierschutzniveau.“

Große Resonanz auf Facebook

Grund für die Kritik ist das Aldi-Angebot eines marinierten BBQ-Schweinenacken-Steaks (600 Gramm) für 1,99 Euro. Das Billig-Fleisch hatte bereits im Internet für scharfen Protest gesorgt, nachdem ein Facebook-User das Angebot zum Thema gemacht hatte.

In dem Post hieß es unter anderem: „Das ist einfach nur billigster Dreck, für dessen Produktion alles und jeder bis zum Anschlag ausgebeutet wurde.“ Der Beitrag auf Facebook wurde inzwischen mehr als 43.000 Mal geliked, 13.400 Mal geteilt und hat 2800 Kommentare erhalten.

„Verbrauchertäuschung und Greenwashing“

Angesichts dieser Welle sah sich das Unternehmen bereits gezwungen, eine Stellungnahme zu veröffentlichen. „Wir wissen, dass wir als einer der führenden Discounter die Aufgabe haben, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – dies gilt nicht nur in Bezug auf Menschen und unsere Umwelt, sondern auch für den Umgang mit Tieren“, schrieb Aldi Süd auf Facebook. Das Unternehmen bezieht sich dabei auch auf sein Engagement in der Initiative Tierwohl, in der man sich „für die Förderung einer tierartgerechten und nachhaltigen Fleischerzeugung“ einsetze.

Doch auch die Branchenlösung „Initiative Tierwohl“ stößt beim Tierschutzbund auf Ablehnung. Thomas Schröder hält dieses Label für „Verbrauchertäuschung und pures Greenwashing“. Und weiter: Das sollte Aldi Süd eine Lehre sein, nicht zum Wiederholungstäter zu werden. Aber das gilt auch für alle anderen, die Fleisch verkaufen: Denn hier sitzen alle Discounter und so genannte Handelsunternehmen im selben Billigpreis-Boot.“

Auf der Homepage von Aldi Süd fand sich am Montag übrigens dieses Angebot: „BBQ Nackensteaks, mariniert, 600-g-Packung“ – zum Preis von 2,79 Euro.

 
 

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