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Italiener und Franzosen können nicht treu sein

Brüssel. 

Der Rheinländer nennt es „Fisternöll“, der Moralist sagt „Untreue“, die Franzosen sprechen von „aventures extra-conjugales“. Und da liegen sie in Europa vorn, wie eine Erhebung im Auftrag einer französischen Partnerbörse jetzt ermittelt hat: Mit einer Seitensprungrate von mehr als 50 Prozent führen die Franzosen zusammen mit den Italienern das Feld der außerehelichen Abenteurer an. Allerdings nur bei den Männern. Bei den Frauen sind die Deutschen Nummer eins.

Insgesamt 4800 Personen hat das Internet-Portal „Gleeden.com“ befragen lassen, über das Interessenten zusammenfinden, die jenseits der ehelichen Bande erotisch aktiv werden wollen.

Das Klischee des feurigen Südländers scheint zu stimmen

Erstes Ergebnis: Es ist etwas dran, an dem Klischee des feurigen Südländers; neben den laut Studie „Europameistern der Untreue“ (Franzosen und Italiener mit jeweils 55 Prozent) haben auch die Spanier (50 Prozent) nach eigenen Angaben mehr Erfahrung auf dem amourösen Seitenstreifen als die Deutschen (46) oder gar die Briten (42). Das müsse mit der romanisch-katholischen Kultur zu tun haben, mutmaßen die Autoren der Erhebung. Dafür spräche, dass auch im katholischen Belgien über die Hälfte der Männer bekunden, schon mindestens einmal fremd gegangen zu sein.

Zugleich scheint indes im Süden die Vorstellung noch immer lebendiger zu sein, dass ein Verhältnis außerhalb der Ehe Männersache sei. In den romanischen Ländern hat nur etwa jede Dritte einschlägige Erfahrung, während die deutschen Frauen (43 Prozent) in dieser Beziehung fast gleichauf mit ihren Landsmännern liegen. Was ist mit Schuldgefühlen? Die machen offenbar immer weniger Probleme.

Auf der britischen Insel haben mehr als 50 Prozent schlechtes Gewissen

Außer in Großbritannien. Während auf dem europäischen Kontinent nur ein Viertel bis ein Drittel der Seitenspringer ein schlechtes Gewissen haben, sind es der Umfrage zufolge auf der britischen Insel mehr als 50 Prozent.