Gericht spricht mutmaßlichen Vergewaltiger frei – aus schockierendem Grund

Zwei mutmaßliche Vergewaltiger wurden in Italien freigesprochen – mit einer abenteuerlichen Begründung. (Symbolfoto)
Zwei mutmaßliche Vergewaltiger wurden in Italien freigesprochen – mit einer abenteuerlichen Begründung. (Symbolfoto)
Foto: imago/Westend61
  • In Italien wurden zwei Angeklagte vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen
  • Die Begründung für den Freispruch ist höchst fragwürdig
  • Das Urteil sorgte bereits am Montag für eine spontane Demonstration vor dem Gericht

Ancona. Die gerichtliche Begründung eines Urteils hat im italienischen Ancona für viel Empörung gesorgt. In dem Fall wurden zwei Männer vom Vorwurf einer Vergewaltigung freigesprochen.

Das Gericht begründet sein Urteil damit, dass das Opfer nicht attraktiv genug sei und zu männlich aussehen würde, als dass die Angeklagten Interesse an einer Vergewaltigung hätten haben können.

Angeklagte einer mutmaßlichen Vergewaltigung freigesprochen: Das Opfer sei nicht hübsch genug

Wie beim Onlinemagazin ze.tt zu lesen ist, hieß es im Schlusssatz der Verhandlung: „Es sei denkbar, dass das mutmaßliche Opfer, eine 22-jährige Peruanerin die Männer selbst zu sexuellen Handlungen provoziert habe.“

Das Gericht sagte außerdem, dass das Foto in der Akte des mutmaßlichen Opfers dem Beschluss zustimmen würde.

Der Fall ereignete sich bereits 2015

Der Fall ist eigentlich nicht neu. Die Frau zeigte die mutmaßliche Vergewaltigung bereits im Jahr 2015 an.

Im Krankenhaus erzählte sie damals, dass sie von einem 24 Jahre alten Freund sexuell missbraucht worden sei, während ein anderer Wache gestanden haben soll.

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Damals erhielten die Männer sogar ihre Strafe

Die Männer erhielten 2016 ihre Strafe: Drei und fünf Jahre sollten die mutmaßlichen Täter jeweils hinter Gittern verbringen.

Doch das Berufungsgericht in Ancona hob das Urteil ein Jahr später wieder auf. 2017 sah das Berufungsgericht die Angeklagten dadurch entlastet, dass der mutmaßliche Haupttäter die Frau unter dem Namen „Vikingo“, italienisch für Wikinger, in seinem Handy abgespeichert hatte.

Fragwürdiges Indiz für das Fehlen von sexuellem Interesse

Die drei Richterinnen sahen darin das entscheidende Indiz dafür, dass der Angeklagte kein sexuelles Interesse an dem mutmaßlichen Opfer haben konnte.

Seit Bekanntwerden des Urteils dominiert es die italienischen Schlagzeilen und ruft bei vielen Menschen Unverständnis und Wut hervor. Rund 150 Demonstranten versammelten sich am Montag zu einer spontanen Demonstration vor dem Gericht in Ancona.

Urteil ist „mittelalterlich“

Eine der Initiatorinnen der spontanen Demo, Luisa Rizzitelli, betitelte das neue Urteil als „mittelalterlich“.

Wie beim Lesen wahrscheinlich schon aufgefallen, ist das merkwürdigste am Urteil wohl, dass es von drei Richterinnen gefällt wurde.

Dass das Urteil von Frauen gefällt wurde, ist beschämend

Das findet auch Rizzitelli. Es sei „beschämend“, dass Frauen denken, dass es unwahrscheinlich sei, dass eine maskulin aussehende Person vergewaltigt werden könnte.

Bei ze.tt ist weiter zu lesen: „Aber 200 Personen auf solch eine Demonstration zu bekommen, gleicht in Italien einem Wunder. Es zeigt glücklicherweise, dass die Sensibilität für solche Themen größer geworden ist.“ (db)

 
 

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