Horst Seehofer lädt zur Islamkonferenz – und serviert den Muslimen ausgerechnet DIESES Essen

Blutwurst wurde bei der Islamkonferenz in Berlin serviert. Das stieß nicht bei jedem auf Zustimmung. (Symbolbild)
Blutwurst wurde bei der Islamkonferenz in Berlin serviert. Das stieß nicht bei jedem auf Zustimmung. (Symbolbild)
Foto: Oliver Berg

Berlin. Von Feingefühl kann hier wahrscheinlich keine Rede sein, und auch das Fleisch war eher grob statt fein: Bei der Islamkonferenz am Donnerstag in Berlin hat das Innenministerium unter Horst Seehofer ausgerechnet Blutwurst serviert – natürlich aus Schweinefleisch. Das sorgte für viel Ärger.

Islamkonferenz in Berlin: Innenministerium tischt Blutwurst auf

„Welches Zeichen will Seehofer damit setzen? Ein wenig Respekt vor Muslimen, die kein Schweinefleisch essen, wäre angebracht“, fragt der WDR-Redakteur Tuncay Özdamar auf Twitter.

Blutige Speisen sowie Schweinefleisch sind für Muslime tabu

Doch nicht nur, dass es sich bei der Blutwurst um Schweinefleisch handelt, was bekanntermaßen nicht halal ist – nein, es ist in doppelter Hinsicht ein No-Go für Muslime. Denn: Im Islam und Judentum werden die Tiere geschächtet, um die Tiere möglichst vollständig ausbluten zu lassen.

Weil blutige Speisen verboten sind. Das ist bei der Blutwurst nicht gerade der Fall.

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In mehreren Tweets wettert der Redakteur gegen diese „Pietätlosigkeit“, vor Ort war er persönlich allerdings nicht.

„Die Konferenz will ja einen 'deutschen' Islam. Mit so einem Verhalten wie ein Elefant im Porzellanladen werden Seehofer und seine Behörde die Mehrheit der Muslime in Deutschland nie erreichen. Wäre ich auf der Konferenz, hätte ich sie an der Stelle verlassen.“

Für Neugierige fügt er hinzu, dass er selbst gar nicht religiös sei und auch Schweinefleisch esse. Nur bei einer Islamkonferenz wäre mehr Fingerspitzengefühl gefragt.

Innenministerium: „Wir wollten niemanden provozieren“

Gegenüber bento sagte eine Sprecherin des Innenministeriums allerdings, dass es keinesfalls eine böse Absicht gewesen sei. „Wir wollten niemanden provozieren, sollten sich einzelne Personen durch die Auswahl in ihren religiösen Gefühlen gekränkt gesehen haben, bedauern wir das.“

Klar, von den 240 eingeladenen Personen waren viele muslimischen Glaubens, aber es habe verschiedenste Speisen gegeben. Laut Ministerium richteten sich diese nach der „religiös-pluralen Zusammensetzung“ der Konferenz.

Seit 2006 werde Schweinefleisch bei der Konferenz serviert

Seit 2006 wird die Islam-Konferenz abgehalten. Schon zu Beginn sollen den Gästen Schinkenschnittchen serviert worden sein. (js)

 
 

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