Jammer-Auftritt von deutschem IS-Kämpfer – „Ich will Deutschland helfen!“

Er war beim IS: Martin Lemke.
Er war beim IS: Martin Lemke.
Foto: Screenshot/ZDF

Ende des Jahres 2014 ging der gelernte Schweißer Martin Lemke zum IS (Islamischer Staat). Er nannte sich Abu Yasir al-Almani. Lemke brach seine Zelte in Deutschland ab, lebte fortan in Syrien und dem Irak. Er wurde zum Kämpfer des IS.

Über vier Jahre verbrachte Lemke beim IS. Folterte er Menschen? Tötete er gar? Unklar. Anfang 2019 wurde IS-Mann Lemke von Soldaten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) an der Grenze zum Irak festgenommen.

Bundesstaatsanwaltschaft ermittelt gegen IS-Kämpfer

Nunmehr ermittelt auch die Bundesstaatsanwaltschaft gegen Lemke. Der Vorwurf: Die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland.

Gegenüber dem ZDF-Magazin „Frontal21“ hat sich Lemke nun exklusiv zu den Vorwürfen geäußert. Und Überraschung: Er hat eigentlich gar nicht so richtig mitgemacht beim IS.

„Es gibt keinen Beweis, dass ich irgendjemanden getötet habe, ich habe niemanden bekämpft“, sagt Lemke den Reportern. Seine Aufgabe sei lediglich die Arbeit im „Technischen Büro“ gewesen.

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IS: Schreibtischtäter statt Attentäter?

Schreibtischtäter statt Attentäter also? Sicherheitsbehörden sehen das anders. Sie gehen davon aus, dass Lemke in der Hierarchie des IS weit oben stand.

Lemke bestreitet das. Und noch mehr. Im Interview mit „Frontal21“ behauptet er gar, dass er Deutschland nur helfen wolle. Er wolle den Leuten, die zum IS wollen, die Augen öffnen. Sie sollen von seinem schlechten Beispiel lernen.

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Und auch an die Bundesregierung hat er einen Rat: „An die Bundesregierung kann ich nur einen Ratschlag geben: Sie müssen lernen von den ehemaligen IS-Mitgliedern. Sie müssen lernen, auch wenn sie Angst haben.“

IS: Das sagt Horst Seehofer

Zuletzt hatte sich Bundesinnenminister Horst Seehofer gegenüber der Süddeutschen Zeitung zum Thema IS-Rückkehrer geäußert: „Im Interesse der Sicherheit unseres Landes muss die Bundesregierung für die Rückkehr von ehemaligen IS-Kämpfern, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, Bedingungen setzen.“

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Eine Bedingung, so Seehofer, müsse sein, dass die Identität der IS-Rückkehrer zweifelsfrei geklärt werde. Zudem dürften sie kein „unkalkulierbares Sicherheitsrisiko“ darstellen. (göt)

 
 

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