Iran richtet 17-Jährigen trotz weltweiter Proteste hin

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Der 17 Jahre Aliresa Molla-Soltani ist am Mittwoch im Iran öffentlich hingerichtet worden. Er hatte einen bekannten Athleten bei einem Streit auf offener Straße erstochen und war deswegen zur Todesstrafe verurteilt worden.

London. Ungeachtet internationaler Appelle ist im Iran der erst 17 Jahre alte Alisera Molla Soltani öffentlich hingerichtet worden. Vor den Augen tausender Menschen er am Mittwoch in Karadsch westlich von Teheran gehängt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Fars berichtete. Amnesty International und der deutsche Menschenrechtsbeauftragte Markus Löning hatten den Iran aufgefordert, auf die Hinrichtung zu verzichten.

Peitschenhiebe für die Freunde des Todeskandidaten

Molla Soltani wurde beschuldigt, den als "stärksten Mann des Iran" bekannten Athleten Ruhollah Dadaschi ermordet zu haben. Dadaschi war am 17. Juli im Zuge eines Streits im Straßenverkehr mit mehreren Messerstichen getötet worden. Der 17-Jährige war nach eigenen Angaben in Panik geraten und hatte aus Notwehr gehandelt, als der Sportler ihn angriff. Molla-Soltani wurde am 20. August von einem Gericht des Mordes schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil am 11. September. Zwei Freunde des Todeskandidaten, die bei dem Zwischenfall dabei waren, sollen mit 80 Peitschenhieben gestraft werden.

Die Hinrichtung Minderjähriger sei von den auch vom Iran unterzeichneten internationalen Konventionen strikt untersagt, erklärte die Amnesty-Vizedirektorin für den Nahen Osten und Nordafrika, Hassiba Hadj Sahraoui. "Die öffentliche Hinrichtung von zum Tatzeitpunkt Minderjährigen verdeutlicht die Abscheulichkeit der Todesstrafe in besonderem Maße", kritisierte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Löning.

Der Iran ist einer der wenigen Staaten, in denen auch Minderjährige zum Tode verurteilt werden können. Allerdings warten die Behörden mit der Vollstreckung für gewöhnlich, bis die Inhaftierten volljährig sind. Im Iran wurden nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP seit Jahresbeginn 202 Menschen hingerichtet, darunter waren laut Amnesty im April drei Minderjährige. (afp)