In Amerika wird’s dunkel: Totale Sonnenfinsternis in den USA

Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt.
Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt.
Foto: imago stock&people / imago/UIG
Im August zieht eine totale Sonnenfinsternis über die USA. Millionen fiebern dem Ereignis entgegen, es wird ein Verkehrschaos erwartet.

Washington.  Die amerikanische Finsternis naht. „This is the American Eclipse!“, kündigte der Star der US-Astrophysik, Neil deGrasse Tyson, jüngst voller Begeisterung an. Und Millionen fiebern mit ihm.

Hotels sind seit Monaten, teils sogar schon seit Jahren ausgebucht, zahllose „Eclipse-Festivals“ sind im Land geplant: In den USA läuft der Countdown zur totalen Sonnenfinsternis am 21. August. Es ist die erste über dem nordamerikanischen Kontinent seit 1979. Unzählige Menschen werden sie miterleben – live, im Fernsehen oder via Live-Stream.

Die Sonne und der 400 Mal kleinere Mond erscheinen am irdischen Himmel etwa gleich groß. Eine totale Sonnenfinsternis tritt ein, wenn der Mond die Sonne komplett verdeckt und sein Kernschatten auf die Erde fällt. Dieser ist bis zu einige Hundert Kilometer breit und rast mit hoher Geschwindigkeit über die Erde. In dem schmalen Korridor wird es für wenige Minuten nachtdunkel, Sterne erscheinen am Himmel, Tiere begeben sich zur Ruhe.

Warnungen vor riesigem Verkehrschaos

In den USA wird das in einem vom Nordwesten bis in den Südosten über 14 US-Bundesstaaten hinweg reichenden, etwa hundert Kilometer breiten Streifen zu erleben sein. Zwölf Millionen Menschen leben im Kernschatten-Korridor, etliche Millionen mehr in Tagesreise-Entfernung.

Schon jetzt gibt es Warnungen vor einem riesigen Verkehrschaos, wenn Millionen Schaulustige in die Kernzone reisen wollen. In den weiter nördlich oder südlich gelegenen Teilen der USA wird ebenso wie in Kanada und Mexiko nur eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten sein, bei der die Sonne nicht komplett bedeckt ist.

Mondschatten rast mit fast 4000 Stundenkilometern übers Land

Das Finsternis-Spektakel beginnt im Örtchen Lincoln Beach in Oregon: Dort erreicht der Mondschatten um 9.05 Uhr Westküstenzeit vom Pazifik aus kommend den Kontinent. In den anderthalb Stunden darauf wandert er dann über Idaho, Wyoming, Montana und den Mittleren Westen hinweg bis hinüber nach South Carolina.

Dabei variiert sein Tempo, denn zu Beginn und zum Ende der Sonnenfinsternis über dem Kontinent ist der Mond etwas weiter von der Erde weg und sein Schatten trifft schräger auf sie als zur Mitte des Spektakels: Rast er an Oregons Küste noch mit mehr als dreifacher Schallgeschwindigkeit (3860 Stundenkilometer) über Land, ist er etwa in Tennessee „nur“ noch 2339 Stundenkilometer schnell.

Im Westen die besten Chancen auf ein wolkenloses Spektakel

Deshalb verlängert sich in dieser Phase auch die Dauer der totalen Finsternis: Die längste „Nacht am Tag“ gibt es mit 2 Minuten und 40 Sekunden in der Nähe des Städtchens Carbondale im südlichen Zipfel von Illinois an der Grenze zu Kentucky zu sehen. Danach erhöht sich die Geschwindigkeit des Mondschattens wieder. In der Ostküstenstadt Charleston (South Carolina) ist es mit der totalen Finsternis nach 2 Minuten und 34 Sekunden um 14.48 Uhr Ostküstenzeit vorbei.

Klar ist: Nur bei wolkenlosem Himmel wird das Schauspiel in voller Schönheit zu beobachten sein. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist im Westen der USA am höchsten, sagen Wetterexperten. Während direkt an der Küste Oregons noch Wolken drohen, sieht es schon östlich der ersten Bergkette besser aus: In Zentral-Oregon, Teilen Idahos und Wyoming dürften die Aussichten im tendenziell stabilen Spätsommer besonders gut sein. Weiter gen Osten nimmt das Risiko für feuchtes Wetter und bedeckten Himmel wieder zu.

Sonderbriefmarke der Post als Trostpflaster

Eine Art Trostpflaster für solche Fälle hält die US-Post bereit: Sie legt eine spezielle Briefmarke auf, die „Total Solar Eclipse Forever“. Berührt man die auf der Marke abgebildete verdunkelte Sonne, erscheint ein Bild des Mondes. Das Foto auf der Briefmarke zeigt allerdings die Sonnenfinsternis vom 29. März 2006, aufgenommen in Libyen. (dpa)

 
 

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