Ikea vor radikalem Schritt: „Können so nicht weitermachen“

Ikea will seine Möbel bald nicht mehr verkaufen, sondern vermieten. (Symbolbild)
Ikea will seine Möbel bald nicht mehr verkaufen, sondern vermieten. (Symbolbild)
Foto: imago/Manfred Segerer

Wenn du zu den Menschen gehörst, die regelmäßig ihr Zuhause umdekorieren, dann wird dich die neueste Idee von Ikea freuen. Dort soll es in Zukunft möglich sein, Möbel zu leihen statt zu kaufen. Der Möbelgigant will seine Firmenpolitik komplett verändern. Das berichtet „Fast Company“.

Die Idee dahinter: Kunden leihen Möbel gegen einen monatlichen Mietbetrag. Möchten sie die nicht mehr haben, bringen sie die Teile zurück ins Möbelhaus. Andere Kunden können sie danach erneut ausleihen, oder Ikea übernimmt das Recycling des Produkts. Viele Teile könnten dann für andere, neue Möbel genutzt werden.

Ikea will mit Nachhaltigkeit punkten

„Es geht im Wesentlichen darum, das Geschäftsmodell zu ändern und ein völlig anderes Angebot für unsere Kunden zu bieten“, sagte Pia Heidenmark Cook, Nachhaltigkeitschef der Ingka Group, dem größten Ikea-Franchisenehmer, zum Onlinemagazin „Fast Company“.

Bis 2020 will Ikea entsprechende Leasing-Angebote auf allen Märkten testen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch in Kaarst an. Bis 2030 soll jedes Ikea-Produkt so gestaltet sein, dass es wiederbenutzt, repariert, verbessert und recycled werden kann.

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Mehr Rohstoffe für mehr Möbel

Die Weltbevölkerung wächst und deswegen würden immer mehr Rohstoffe benötigt. Die günstigen Ikea-Möbel sind für viele Menschen erschwinglich, deswegen braucht der Möbelgigant enorm viele Ressourcen. Viele Ikea-Möbel würden zudem zu schnell auf Mülldeponien landen.

„Wir sehen nicht, dass wir als Unternehmen mit dieser Situation so weitermachen können. Wir müssen uns mit der Ressourcenknappheit beschäftigen und das bedeutet, dass wir sehr schlau mit den Materialien umgehen müssen“ sagt Pia Heidenmark Cook, Nachhaltigkeitschef der Ingka Group, dem größten Ikea-Franchisenehmer, zum Onlinemagazin „Fast Company“.

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Neues Image für Ikea

Deswegen möchte sich Ikea ein neues, nachhaltiges Image zulegen. Statt Billig-Möbeln mit kurzer Nutzungsdauer sollen die Kunden Möbel mieten, pflegen und wieder zurückgeben.

Ob das funktioniert, soll schon im April 2019 in der Schweiz getestet werden. Umfangreiche Tests will Ikea bald in 30 weiteren Ländern durchführen. In den Niederlanden können Studenten bereits heute Basic-Möbel für das WG-Zimmer mieten.

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Ikea hofft, dadurch herauszufinden, wie teuer die Mietmöbel sein dürfen und wie ihre Lebensdauer verlängert werden kann. Es sei wichtig herauszufinden, auf welche Weise ein Produkt verschleiße und wie man es trotzdem weiter nutzen könne.

Weitere Tests nötig

Man müsse aber noch weitere Märkte testen, so Cook. „Wir schauen uns das aktuelle Betriebsmodell an, was funktioniert und was nicht. Wir möchten nicht, dass diese Idee eine Nischensache wird, sondern tatsächlich zu einem neuen Weg für uns wird“, so Cook. Sie macht aber auch klar: Es gehe Ikea dabei nicht nur um die Nachhaltigkeit, sondern auch ums Geschäft. Auch mit den Mietmöbeln möchte Ikea den Gewinn steigern. (vh)

 
 

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