Ikea-Kundin hat dringende Bitte an den Möbelriesen und mobilisiert damit Zehntausende

Eine Kundin beschwert sich bei Ikea über den Kaffee - mehr als 27.000 Menschen unterstützen sie. (Symbolbild)
Eine Kundin beschwert sich bei Ikea über den Kaffee - mehr als 27.000 Menschen unterstützen sie. (Symbolbild)
Foto: imago/Ina Peek
  • Der günstige Ikea-Kaffee stammt nicht aus Fairtrade-Anbau
  • Melanie Weigel möchte dies mit einer Petition ändern
  • Mehr als 27.000 Menschen unterstützen sie schon

Gehört für dich die Pause bei Ikea im Restaurant zum Möbelkauf dazu? Dann geht es dir wie vielen anderen Menschen auch, die dort einen günstigen Kaffee trinken und sich eine kurze Auszeit gönnen.

Melanie Weigel hat damit allerdings ein Problem. Die Ikea-Kundin würde dort auch gern Kaffee trinken. Eine Sache macht das Heißgetränk für die Frau allerdings ungenießbar.

Ikea: Deshalb ist der Kaffee ungenießbar

„Gern würde ich im IKEA-Restaurant mal einen Kaffee trinken, jedoch kommt der angebotene Kaffee bei IKEA namens PÅTÅR bisher immer von Kaffeeherstellern, die die Ausbeutung und Armut in den kaffeeproduzierenden Ländern vorantreiben", schreibt Weigel. Das möchte die Frau nicht akzeptieren.

Um den schwedischen Möbelkonzern davon zu überzeugen, auf Kaffee aus fairem Anbau umzusteigen, hat sie eine Petition gestartet. Sie wendet sich damit direkt an Ikea-Chef Jesper Brodin. Schon mehr als 27.000 Menschen unterstützen ihre Initiative.

Wieso ist es so wichtig, dass der Kaffee fair gehandelt wird?

Fair gehandelter Kaffee sichere den Produzenten einen Mindestpreis, der unabhängig vom schwankenden Weltmarktpreis sei. Durch langfristige Zusammenarbeit mit den Produzenten ergäben sich bessere Zukunftsperspektiven. Außerdem sei Kinderarbeit ausgeschlossen, berichtet Weigel.

Sie sagt, dass der Kaffee bei Ikea zumindest aus nachhaltigem Anbau stamme. Auch die Lebensmittel mit Biosiegel und der Fisch aus nachhaltigem Fischfang sind für sie ein Schritt in die richtige Richtung. Doch auch hier gäbe es noch einiges zu bemängeln: „Der 1,- Hotdog kommt aus konventionellen Schlachtungen (Massentierhaltung)".

Weigel wünscht sich die Revolution im Ikea-Restaurant

Ikea belegt mit seinen Restaurants mittlerweile Platz acht der größten Essensketten in Deutschland. Jeder zweite Kunde des Möbelhauses bleibe auch zum Essen beim Möbelschweden, jeder dritte käme ausschließlich deswegen zu Ikea, berichtet Weigel.

Da werden große Mengen an Nahrung umgesetzt. Gerade deswegen sollte Ikea eine Vorbildfunktion einnehmen.

Auch die Ikea-Möbel sind in der Kritik

Weigel kritisiert nicht nur die Ikea-Restaurants. „Abgesehen vom IKEA-Restaurant bestehen für mich auch Defizite bei IKEA allgemein in Sachen Nachhaltigkeit und Fairness. Ich beziehe mich in meiner Petition zunächst auf das IKEA-Restaurant, stimme der allgemeinen Ausbeutung, die IKEA betreibt, aber keineswegs zu."

„Fairer Kaffee wäre ein toller Anfang, dem zum Beispiel vegane Würstchen, palmölfreie Kerzen, nur Holz aus nachhaltigen Wäldern… folgen könnten und sollten", findet Weigel.

Weigel schlug auch schon der Deutschen Bahn vor, in den InterCity- und InterCity Express-Zügen Fairtrade-Kaffee anzubieten. Bis zum Ende der Aktion unterstützten 70.999 Menschen ihre Petition – mit Erfolg. Denn seit dem 1. April 2017 serviert die Bahn nur noch Fairtrade-Kaffee auf ihren Fahrten.

Wenn auch du dich für fairen Kaffee in den Ikea-Restaurants einsetzen möchtest, kannst du dich hier über die Petition informieren. (vh)

 
 

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