Rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ will an Uni sprechen – und blamiert sich anschließend bis auf die Knochen

Identitäre haben eine Vorlesung an der Uni Greifswald gecrasht. (Archivbild)
Identitäre haben eine Vorlesung an der Uni Greifswald gecrasht. (Archivbild)
Foto: dpa/Paul Zinken

Greifswald. Mitglieder der rechtsextremen Gruppe „Identitäre Bewegung“, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, haben eine Vorlesung im Rahmen einer 24-Stunden-Vorlesung an der Uni Greifswald gecrasht.

Die Veranstaltung „Gehirne waschen – Framing gegen Fremdenhass“ von Referent Eric Wallis wurde plötzlich von 20 Männern unterbrochen, die sich mit dem Banner „Man wird doch in diesem Land noch seine Meinung sagen dürfen“ auf die Bühne stellten.

„Zunächst dachte ich an eine Inszenierung“, erklärt Sprachforscher Eric Wallis der Ostseezeitung. „Schließlich ging es in meiner Vorlesung um die Art und Weise wie Gruppen wie AfD und die Identitären mit sprachlichen Mitteln diffuse Ängste bei den Menschen schüren.“

Identitäre von Reaktion des Dozenten überrascht

Die Gruppierung erwartete wohl, dass die Polizei gerufen oder sie vom Sicherheitspersonal der Uni verwiesen wird – doch falsch Gedacht: Wallis lud die Männer stattdessen zu einer Diskussion ein. Und siehe da: Plötzlich hatten sie gar nichts mehr zu sagen. „Ich hätte mich wirklich gefreut, wenn wir im Rahmen dieses Themas eine richtige Diskussion hätten führen können.“ Die Identitären verließen aber den Saal und liefen davon.

Wieso die Rechtsextremen so reagiert haben, kann Wallis erklären. Bento sagt er: „Die Sache ist ja, dass man bei einem richtigen Gespräch auf die anderen eingehen muss. Rechte Aktivisten wollen das aber meist nicht.“

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Identitäre stellen sich im Netz als Opfer dar

Für die Zukunft wünscht sich der Sprachforscher: „Ich finde, wir sollen öfter reden und manchmal auch mehr aushalten – aber nur dann, wenn auch wirklich ein Gespräch erwünscht ist. Mit der Oma auf der Straße kann man da was erreichen. Bei Nazis nicht.“

Im Nachhinein haben die Identitären auf Twitter behauptet, ihre Meinung frei zu äußern sei ihnen verwehrt geblieben. Um das zu beweisen, posteten sie Fotos, auf denen ein Mitglied vom Sicherheitspersonal der Uni abgeführt wird – wie die Uni bestätigt, trägt die Security allerdings andere Kleidung. Die Ordner stammen aus den eigenen Reihen der Identitären. (cs)

 
 

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