Hurrikan Ophelia nimmt Kurs auf Europa – und fast alle freuen sich darüber

Ein Hurrikan aus dem Weltall fotografiert (Symbolfoto).
Ein Hurrikan aus dem Weltall fotografiert (Symbolfoto).
Foto: Imago
  • Hurrikan Ophelia steuert anders als seine zahlreichen Vorgänger in diesem Jahr nicht auf die USA zu
  • Langsam bewegt sich der Sturm nach Europa
  • Und sorgt für sommerliche Temperaturen in Deutschland

Berlin.  Mit Ophelia hat sich der zehnte Sturm in Folge zu einem Hurrikan entwickelt, wie US-Medien berichten. Das habe es in einer Hurrikansaison zum letzten Mal im Jahr 1893 gegeben.

Doch anders als seine Vorgänger Irma, Harvey oder Jose nimmt Ophelia dieses Mal nicht Kurs auf Amerika – sondern steuert direkt auf Europa zu, genauer gesagt Richtung Irland.

Doch ein Grund zur Sorge ist das zumindest in Mitteleuropa nicht. Im Gegenteil: Ophelia sorgt für wahres Traumwetter in Deutschland am Wochenende. Grund dafür ist, dass der Sturm warme Luft nach Mitteleuropa schiebt. Das zeitgleich entstandene Hoch „Tanja“ sorgt dafür, dass der Sommer ein kleines Comeback feiert.

Wetter wird in ganz Deutschland warm

Fast überall in Deutschland wird voraussichtlich die 20-Grad-Marke geknackt. Mancherorts, zum Beispiel im Bergland, darf man sich sogar wahrscheinlich über Temperaturen von bis zu 25 Grad freuen, wie das Portal „Wetter.de“ berichtet.

Und das Wetter soll vorerst auch so bleiben, heißt es weiter. Bis Mitte nächster Woche ist mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen zu rechnen.

„Ophelia“ trifft auf Irland

In Irland hält sich die Freude über Ophelia allerdings in Grenzen: Dort wird der Sturm voraussichtlich am Montag auf Land treffen. Auch wenn er dann vermutlich schon als außertropischer Sturm herabgestuft wird, ist mit heftigen Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometer pro Stunde zu rechnen, wie eine Animation auf „kachelmannwetter.com“ zeigt.

Auch Portugal, vor dessen Küste Ophelia vorbeizieht, muss sich auf wechselhaftes Wetter einstellen.

Warum nimmt ein Hurrikan Kurs auf Europa?

Doch warum zieht der Hurrikan überhaupt Richtung Europa und nicht nach Amerika? Ophelia hat sich anders als seine Vorgänger in der Nähe der Azoren nördlicher gebildet, erklärt Andreas Friedrich, Diplom-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD), der „Faz“. Dadurch sei er nicht mit den Passatwinden Richtung USA gelangt.

Hinzu kommt, dass die Wassertemperaturen vor Portugal dieses Jahr wärmer als sonst sind, wodurch der Hurrikan an Fahrt aufnimmt – und nicht abschwächt. Das letzte Mal, dass ein Hurrikan auf Europa Kurs nahm, war Hurrikan Vince, der 2005 auf Portugal traf. Bis auf stärkere Regenfälle richtete er allerdings keinen großen Schaden an. (bekö)

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