Hunzikers Ausstieg bei "Wetten, dass..?“ schwächt neuen ZDF-Chef Bellut

Michelle Hunziker steigt bei „Wetten, dass..?“ aus. Sie folge "ihrem Bauchgefühl".
Michelle Hunziker steigt bei „Wetten, dass..?“ aus. Sie folge "ihrem Bauchgefühl".
Foto: Getty Images
Das ZDF hat keinen Nachfolger für Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass..?“, und jetzt warf auch seine Co-Moderatorin Michelle Hunziker den Bettel hin. Der künftige ZDF-Chef Bellut steht mit leeren Händen da. Als Gottschalk-Nachfolger wird inzwischen Markus Lanz als Favorit gehandelt.

Essen.. Es ist ein Jammer. Erst hatte das Zweite zwölf lange Monate bei der Suche nach dem neuen Thomas Gottschalk kein Glück, und dann kam noch Pech dazu: Michelle Hunziker will bei „Wetten, dass..?“ aussteigen.

„Ich folge meinem Bauchgefühl, ,Wetten, dass..?’ gemeinsam mit Thomas Gottschalk zu verlassen“, sagte die blonde Moderatorin Hunziker dem Branchendienst „kress“. „Unsere gemeinsame Zeit bei dieser großartigen Show hat mir riesigen Spaß gemacht, und ich bin sehr dankbar dafür“, erklärte das ehemalige Model. Daher sei jetzt für sie der richtige Zeitpunkt, sich von dem Show-Klassiker zu verabschieden.

Was bei flüchtigem Hinhören artig klingt, ist für Thomas Bellut eine Ohrfeige. Der Programmchef, der am 15. März seinen Dienst als Intendant antritt, hatte sich mehrfach dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit mit Hunziker fortzusetzen.

Millionen-Quote in Italien mit Satire-Show

Doch jetzt nahm ihm die Schweizerin die Entscheidung aus der Hand. Mit gutem Grund: Die große Blonde ist im italienischen Fernsehen gut beschäftigt. Mehr noch: Ihr tagesaktuelles Satiremagazin „Striscia la Notizia“ bei Canale 5 lockt am Vorabend mehr Zuschauer als mancher deutscher Krimi zur besten Sendezeit an. Sieben Millionen Zuschauer wollen in der Regel Signora Hunziker bei der Arbeit zusehen.

Dazu kommt: Die vielsprachige Entertainerin wuchs in der italienisch-sprachigen Schweiz auf, in der Nähe von Lugano. Da überrascht es kaum, dass Michelle Hunziker jenseits der Alpen viel lebendiger auftritt als im deutschen Fernsehen. Als Gottschalk-Assistentin wirkte sie oft so hölzern wie die weibliche Antwort auf Pinocchio, zumal ihr Chef sie mit schalen Scherzen immer wieder gern als doofe Fernseh-Barbie vorführte.

ZDF nennt Hunzikers Abschied "nachvollziehbar"

Ganz offensichtlich war der ehemalige Großmeister der deutschen TV-Unterhaltung zu seinem Glück gezwungen worden. Hunziker war vom ZDF verpflichtet worden, um die sinkenden Quoten der einstmals erfolgreichsten Fernsehshow Europas zu stabilisieren. So sagte sie denn vom 3. Oktober 2009 bis zum Ende der Show am 3. Dezember vorigen Jahres Wetten an.

Vergangenheit. ZDF-Sprecher Alexander Stock sagte, Hunzikers Abschied sei „schade, aber nachvollziehbar“.

Ob der Show-Dino zu neuem Leben erweckt wird, kann oder will derzeit niemand sagen. Als Favorit für die Gottschalk-Nachfolge gilt Markus Lanz. Er und sein Produzent Markus Heidemanns von der Hamburger Produktionsfirma Die Fernsehmacher schweigen beredt. Für Lanz spricht: Der gebürtige Südtiroler bedient mit seinem politikfreien Spätabend-Geplauder eine ansehnliche Gemeinde. Gegen Lanz spricht: Seine Gesprächsführung wirkt so keimfrei wie Sagrotan. Wenn Lanz „Wetten, dass..?“ reanimieren könnte, käme es der Quadratur des Kreises gleich.

Nur eines ist klar: Für Gottschalk gibt es kein Zurück.

 
 

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