Hundetrainerin warnt in der ARD vor „Kampfhunden“: „Hunde haben nicht umsonst ihre Zähne im Maul“

Diese Hunderassen gelten als "Kampfhunde"

Diese Hunderassen gelten als gefährlich

Diese Hunderassen gelten als gefährlich

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  • Die ARD-Sendung „Story im Ersten“ fragt, wie gefährlich Kampfhunde wirklich sind
  • Experten halten Kampfhunde nicht für gefährlicher als andere Rassen
  • Sie fordern außerdem eine wissenschaftliche Betrachtung

Berlin. Nach der tödlichen Beißattacke auf seine zwei Besitzer wurde der Staffordshire-Terrier „Chico“ eingeschläfert. Der Fall erhitzte vor wenigen Monaten die Gemüter, die Meinungen waren geteilt: Eine Hundetrainerin nannte „Chico“ eine „Waffe“, Tierfreunde feierten den Hund als „Freiheitskämpfer“.

Dabei ging es vor allem auch um die Frage, ob Kampfhunde von Natur aus gefährlicher sind als andere Hunderassen oder ob die Besitzer durch falsche Haltung oder das berühmte „scharf machen“ die Schuld am aggressiven Verhalten ihrer Hunde tragen.

Die ARD-Sendung „Die Story im Ersten“ nimmt die Diskussion um Kampfhund „Chico“ als Ausgangspunkt und fragt in ihrer aktuellen Ausgabe: Wie gefährlich sind Kampfhunde?

Verhalten ist nicht rasseabhängig

Dafür machen die Autoren der Sendung eine „Reise durch Hundedeutschland“, wie es in der Sendungsbeschreibung heißt, sie sprechen mit verschiedenen Experten, befragen Menschen, die mit schwierigen Hunden arbeiten und Opfer von Hundeattacken.

In der Sendung sind Tierschützer, Ärzte und andere Experten sich einig: Obwohl Kampfhunde in einigen Bundesländern als „gefährlich“ gelten, ist aggressives und gefährliches Verhalten von Kampfhunden nicht rasseabhängig.

Jeder Hund kann gefährlich werden

Hundetrainerin Vanessa Bokr prüft, ob schwierige Hunde resozialisierbar sind. Sie ist der Meinung, man müsse bei jedem Hund mit dem Schlimmsten rechnen und erklärt:

„Hunde haben nicht umsonst ihre Zähne im Maul. Das ist wie ein Schlageisen. Wenn man mit einem solchen Tier in der Wohnung lebt, muss man im schlimmsten Fall damit rechnen, dass es zu einer Bissverletzung kommt.“

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Auch Karin Tothe, Kinderchirurgin an der Berliner Charité nennt eine „gestörte Interaktion“ in den häufigsten Fällen als Grund für Angriffe. Sie hat Beißvorfälle bei Kindern untersucht und festgestellt, dass meist der eigene Hund in der Familie oder von Bekannten zur Gefahr wird.

Aggressive Reaktion auf liebevolle Gesten

Tiermediziner Hans-Joachim Hackbarth hat das Verhalten von Kampfhunden über Jahre untersucht und erklärt: „Dabei ließ sich sehr schnell feststellen, dass die Gefährlichkeit nicht rasseabhängig ist.“ Der Mediziner weist allerdings auch darauf hin, dass sogar liebevolle Zuwendungen für einen Hund zu gefährlichem Verhalten führen können.

So könne die Umarmung eines Kindes für einen Hund jeder Rasse eine Ranganmaßung bedeuten, gegen die dieser sich mit einem Biss wehrt.

Experten fordern anderen Umgang

Das Problem: Es gibt nur wenige wissenschaftliche Studien zu dem Thema. Experten fordern neben einer solchen wissenschaftlichen Betrachtung außerdem, dass Beißvorkommen in allen Bundesländern statistisch genau erfasst werden – auch, um bei den Besitzern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jeder Hund möglicherweise gefährlich sein kann.

Die Sendung „Die Story im Ersten“ mit dem Thema „Wie gefährlich sind Kampfhunde“ wird am Montagabend um 22:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt. (alka)

 
 

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