Hund: Frau (38) will süßen Welpen verkaufen – dann wird es brutal – „Sie war wie von Sinnen“

Daniela H. aus Zweibrücken vermisst ihren Welpen „Baby“. Beim Verkauf des Hundewelpen eskalierte die Situation komplett. Daniela H. wurde angefahren.
Daniela H. aus Zweibrücken vermisst ihren Welpen „Baby“. Beim Verkauf des Hundewelpen eskalierte die Situation komplett. Daniela H. wurde angefahren.
Foto: privat

Wenn es um den Hund geht, verstehen viele Herrchen und Frauchen keinen Spaß.

Aber dieser Verkauf eines Hunde-Welpen eskalierte derart, dass jetzt die Polizei ermittelt. Unsere Redaktion hat mit dem Opfer Daniela H. gesprochen, gegen die jedoch ebenfalls ermittelt wird.

Hund: Welpen-Verkauf eskaliert - jetzt spricht das Opfer

Was war geschehen? Daniela H. (38) aus Zweibrücken ist Hobbyzüchterin - ihr Spezialgebiet sind Australian Shepherds. Über eine Online-Anzeige hatte sie einen Deckrüden für ihre Hündin gesucht. So sollten Hunde-Welpen zur Welt gebracht werden. Eine Frau (50) aus Rheda-Wiedenbrück meldete sich, ihr Hund war perfekt geeignet zur Verpaarung.

So kam es zu einem Treffen der beiden Hundebesitzerinnen in der Mitte der beiden Wohnorte. Bei einem Spaziergang lernten sich die beiden Hunde kennen - und lieben. Die Abmachung, so schildert es Daniela H., seien 500 Euro für den Deckakt gewesen. Soweit, sogut.

Im Juni kamen fünf gesunde Welpen zur Welt. Eine ausgesuchte Hündin aus dieser Verpaarung, wollte die Hundehalterin aus Rheda-Wiedenbrück vergangene Woche in Zweibrücken abholen kommen.

Hier eskalierte die Situation. Der Auslöser: Der Ehemann der Frau aus Rheda-Wiedenbrück soll sich als Co-Besitzer in die sogenannten ASCA-Papiere, eingeschrieben haben. Das sei Betrug und Urkundenfälschung, erklärt die Zweibrückenerin.

Frau schnappt sich Welpen und flieht

Als sie die Käuferin des Welpen damit konfrontierte, habe sie zunächst komisch reagiert und habe sich dann den ausgesuchten Welpen geschnappt und mit ihrem Sohn aus dem Haus Richtung Auto gerannt, erzählt Daniela H.

Die leidenschaftliche Hobbyzüchterin hat nach eigener Aussage noch versucht die davon eilende Frau zu stoppen. Sie habe gedroht die Polizei zu rufen und an die Heckscheibe des Wagens geklopft, schildert Daniela H. Doch die flüchtende Frau sei am Steuer ihres Wagens - mit dem Welpen auf dem Schoss - mit Vollgas zurückgefahren, sodass sie Daniela H. an den Rippen und am Arm verletzte.

Nicht die einzige Verletzung: „Ich bin mit meinem Kopf an die Scheibe, habe mir eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung der Halswirbelsäule zugezogen“, berichtet die Mutter einer Tochter.

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„Sie hat direkt Vollgas gegeben, war wie von Sinnen“

Dennoch habe Daniela H., voller Adrenalin, versucht, noch die Fahrertür aufzureißen. Doch die mutmaßliche Hunde-Entführerin aus Rheda-Wiedenbrück raste mit dem Auto auf sie zu und überrollte ihren rechten Fuß. „Ich bin noch zur Seite gesprungen, sonst hätte sie mich komplett überrollt. Sie hat direkt Vollgas gegeben, war wie von Sinnen.“

Daniela H. und ihr Freund, der das Geschehene miterlebte, riefen sofort die Polizei und erstatteten Anzeige wegen Betrug, Körperverletzung, Fahrerflucht und räuberischem Diebstahl.

Mutmaßliche Hunde-Entführerin erstattet selbst Anzeige

Die Polizei brauchte nach der mutmaßlichen Hunde-Entführerin nicht lange suchen. Sie kam in ihrer Heimatstadt Rheda-Wiedenbrück am gleichen Abend zur Wache und erstattete Strafanzeige wegen Betrugs. Der Vorwurf: Daniela H. soll ihr zugesichert haben, als Halterin des Deckrüden einen Welpen aus diesem Wurf kostenfrei zu erhalten.

„Das war ihre Interpretation“, sagt Daniela H. zum Vorwurf. „Ausgemacht waren 1200 Euro für den Welpen, abzüglich 500 Euro für den Deckakt. Sie hätte mir noch 700 Euro bezahlen sollen.“

Doch statt Geld hat Daniela H. jetzt jede Menge Ärger. Sie war im Krankenhaus, sei arbeitsunfähig und habe ihren Job in einer Zeitarbeitsfirma verloren, sagt sie. Doch das Schlimmste: ihr „Baby“, so nannte sie den kleinen Australian Shepherd, ist verschollen. Denn der Welpen, den die 50-Jährige aus Rheda-Wiedenbrück einfach geschnappt und mitgenommen hat, will diese schon verkauft haben.

Komplizierter Fall für Polizei

„Das zeugt nicht von Tierliebe“, so Daniela H., die daran nicht recht glauben will. „Mir hat sie gesagt, dass sie die Hündin als Zuchthündin behalten möchte.“ Auch die notwendigen Papiere für die Welpen, die ihr zu standen, seien ihr nicht ausgehändigt worden, sagt Daniela H.

„Die beiden Damen haben nun Gelegenheit sich zur Sache zu äußern, dann wird die Justiz nach Aktenlage über den Fall entscheiden“, heißt es von der Polizei Saarbrücken auf Nachfrage dieser Redaktion. Der Fall sei durchaus kompliziert, so eine Sprecherin. (hier mehr dazu)

„Würde auch auf Schmerzensgeld verzichten“

Daniela H. sucht derweil über Facebook nach „Baby“. Seine Merkmale: ein schwarzes Ohr, zwei schwarze Streifen über dem Körper und zwei schwarze Striche unter den Augen.

Die Zweibrückenerin macht sich Sorgen, unter welchen Bedingungen Welpe „Baby“ derzeit leben müsse. „Ich würde auch auf Schmerzensgeld verzichten, Hauptsache der Welpen kommt zurück“, sagt die 38-Jährige.

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Daniela H. hat noch einen neun Wochen alten Australian Shepherd-Rüden und einen Red Tri-Rüden, für die sie eine glückliche Familie sucht. Bei Interesse Mail an m.storch@derwesten.de. Wir leiten die Nachricht dann weiter.

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