Hund vermisst! Schamlose Betrüger nutzen Suche nach Tier mit mieser Masche aus

Wenn Herrchen ihre Hunde vermissen, versuchen immer wieder Betrüger damit Geld zu machen.
Wenn Herrchen ihre Hunde vermissen, versuchen immer wieder Betrüger damit Geld zu machen.
Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Nur kurz den Hund aus den Augen gelassen, schwups ist er weg.

Allein beim deutschlandweit agierenden Verein Tasso wurden 2018 rund 107.000 entlaufene Tiere verzeichnet, darunter rund 38.500 Hunde.

Hund vermisst: Betrüger wollen mit Verzweiflung Geld machen

Und wenn der geliebte Vierbeiner einmal verschwunden ist, versuchen ihre Herrchen meist verzweifelt ihre Hunde wieder zu finden. Das lockt auch Betrüger an.

„Die Betrüger durchsuchen im Internet systematisch Suchmeldungen zu vermissten Tieren, in denen private Kontaktdaten, insbesondere Telefonnummern der Halter angegeben sind“, sagt Tasso-Sprecherin Laura Simon. Ihr seien in den vergangenen Jahren einzelne solcher Fälle bekannt geworden.

„Unter gefälschten Telefonnummern rufen sie bei den Betroffenen an und geben vor, unter anderem im Auftrag von Tierkliniken, Tierheimen oder Rechtsanwälten anzurufen, zu denen das Tier gebracht worden sei. Der Halter könne es dort gegen eine Gebühr abholen“, erläutert Simon die Masche. Hin und wieder werde auch behauptet, das Tier sei verletzt und man müsse die Behandlungskosten erstatten, bevor man sein Tier zurückbekomme.

Besonders auffällig sei, dass die Anrufer oft eine Vorabzahlung verlangten. „Auch das öffentliche Ausschreiben eines Finderlohns kann leider dazu beitragen, Betrüger auf den Plan zu rufen, sodass eine solche Vorgehensweise nicht zu empfehlen ist“, sagt Simon.

Das empfiehlt Tasso

Der Verein Tasso rät: Wer sein Tier sucht, sollte nie die eigenen Kontaktdaten öffentlich auf Online-Plattformen wie Facebook, generell im Internet, aber auch auf Suchplakaten angeben. Ihr Verein biete - wie auch Findefix - Suchplakate an. Finder können darüber Kontakt zu den Vereinen aufnehmen, die wiederum die Halter informierten.

Gabriele Schwebig aus Berlin ist eine der Betroffenen. Ihr kam Dackeldame Schnipsel beim Gassigehen abhanden. „Schnipsel lief ins Schilf, um Wasser zu trinken und tauchte nie wieder auf“, erzählt Tochter Maxi Schwebig. Sie gehen davon aus, dass Schnipsel gestohlen wurde. Und nicht nur der Verlust ihres Hundes, sondern auch miese Betrugsmaschen machen ihr das Leben schwer.

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Erpresserschreiben an Familie

„Bereits vier Mal wurden wir von verschiedenen Personen aufgefordert, Geld zu zahlen, damit wir Schnipsel wiederbekommen“, berichtet die Studentin der Tiermedizin. In einem Schreiben habe es zum Beispiel geheißen: „Wenn Du dich an die Bedingungen nicht hältst, ist dein Hund bald weg“, sagt Schwebig.

1000 Euro sollte die Familie demnach zahlen. Ein weiterer vermeintlicher Finder habe angegeben, mit dem Hund bereits nach Österreich gereist zu sein. Nur nach Überweisung einer größeren Summe sei ein Transport nach Berlin möglich.

Die Familie ging auf die Erpressungsversuche nicht ein. Sie hoffen weiter, dass ihr geliebter Vierbeiner doch wieder auftaucht. „Schnipsel war für sie wie ein zweites Kind“, sagt Tochter Maxi. (dpa)

 
 

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