Hund aus überhitztem Auto befreit – Retter kassieren heftige Rüge von der Polizei

Hunde können sich im Auto schnell überhitzen und sterben – potenzielle Retter können sich jedoch strafbar machen, wenn sie eingreifen. (Symbolfoto)
Hunde können sich im Auto schnell überhitzen und sterben – potenzielle Retter können sich jedoch strafbar machen, wenn sie eingreifen. (Symbolfoto)
Foto: imago stock&people / imago/McPHOTO
  • Einer Passantin fiel ein kleiner Hund auf, der in einem überhitzten Auto eingesperrt war
  • Sie rief die Polizei, aber eine andere Frau und ihr Sohn retteten den Hund
  • Die Hundehalter und die Polizei waren verärgert, die Retter wurden heftig gerügt

Fritzlar.  Inzwischen sollte eigentlich jeder Hundehalter wissen, dass man sein Tier im Sommer nicht alleine im Auto lassen sollte – immer wieder hört man Geschichten von Hunden, die an Überhitzung jämmerlich zugrunde gegangen sind.

Trotzdem passiert es leider noch zu oft – man sei ja nur ganz kurz einkaufen, habe sogar ein Fenster aufgelassen. Viele Menschen stellen sich da die Frage: Wie kann ich einem Hund im Notfall helfen?

Durch das Schiebedach wurde die Tür geöffnet

Fakt ist: Retter können sich schnell strafbar machen, wenn sie selbst versuchen, einen Hund zu befreien. Ein Fall aus Fritzlar bei Kassel belegt das. Wie die „Welt“ berichtete, habe eine Frau einen hechelnden Hund in einem erhitzten Auto entdeckt. Das Schiebedach habe offen gestanden.

Die Frau habe die Polizei gerufen – das Richtige in dieser Situation. Allerdings habe sie auch eine andere Passantin auf den Hund aufmerksam gemacht, die sofort reagiert hatte. Die Frau habe ihren kleinen Sohn hochgehoben, der durchs Dach gegriffen und die Tür geöffnet habe.

Ärger von den Besitzern und der Polizei

Der kleine Hund sei herausgeholt worden, man habe ihm Wasser gegeben. Die Retter waren zufrieden – bis Besitzer und Polizei erschienen. Die Frauen seien von den Besitzern des Einbruchs bezichtigt worden.

Von der Polizei habe es eine heftige Rüge gegeben – die Frau habe die „überbeschäftigte“ Polizei gerufen, obwohl keine Notlage vorlag. Man solle den Notruf demnach erst wählen, wenn alle Versuche, den Besitzer ausfindig zu machen, gescheitert seien.

Privatbesitz ist wichtiger als ein Hundeleben

Da stellt sich die berechtigte Frage, ab wann man eine solche Situation als „Notfall“ einstufen kann. Und was geht dann vor: Privatbesitz oder das Wohlergehen eines Lebewesens?

Die Antwort auf die letzte Frage lautet leider: Privatbesitz. Wer beispielsweise eine Autoscheibe einschlägt, um einen Hund zu retten, macht sich strafbar. Das Leben eines Hundes ist da leider zweitrangig. (lhel)

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