Horror-Kälte hat Deutschland weiter im Griff

Deutschland zittert weiter: Nicht nur auf dem Land, sondern auch in vielen Großstädten rutschten die Temperaturen in der Nacht zum Montag wieder unter die 20-Grad-Marke. Die Eiseskälte hat Deutschland auch in den kommenden Tagen im Griff. Erst am Wochenende wird es milder.

Offenbach. Die Kältewelle in Deutschland sorgt für immer neue Rekordtemperaturen dieses Winters. Mit minus 28,7 Grad wurde in der Nacht zu Montag in Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Rekordwert gemessen. Ähnlich kalt sei es im sächsischen Deutschneudorf mit minus 28,2 und in Oberstdorf im Oberallgäu mit minus 28,1 Grad gewesen, sagte Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Montag auf dapd-Anfrage.

Am mildesten war es laut Beyer an der Küste und am Niederrhein. So wurden an der Nordsee verbreitet minus zehn Grad gemessen. In Duisburg fielen die Temperaturen auf minus 7,8 Grad.

Rentnerehepaar harrte tagelang in unbeheizter Wohnung aus

Ungeachtet der eisigen Temperaturen hat sich ein Rentnerehepaar nahe Lübzin in Mecklenburg-Vorpommern tagelang in einer unbeheizten Wohnung aufgehalten und sich dadurch lebensbedrohliche Unterkühlungen zugezogen. Ein Familienangehöriger hatte die 74 und 80 Jahre alten Eheleute bereits am Freitag in deren Haus aufgefunden und die Rettungskräfte alarmiert, wie die Polizei am Montag mitteilte. Der Mann und die Frau waren zwar noch bei Bewusstsein, jedoch nicht mehr ansprechbar.

In der Nacht zum Montag hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Ueckermünde im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns minus 28,7 Grad Celsius gemessen und damit eine neue Rekordtemperatur in diesem Winter. Die Messstation in Oberstdorf im Oberallgäu meldete demnach einen Minuswert von 28,1 Grad und in Karlshagen auf der Insel Usedom wurden immerhin minus 24,8 Grad gemessen.

Nicht nur in ländlichen oder bergigen Regionen, auch in vielen Großstädten rutschten die Temperaturen in der Nacht zum Montag wieder unter die Minus-20-Grad-Marke. In Berlin-Kaniswall am südöstlichen Stadtrand von Berlin wurden laut DWD minus 23,6 Grad und in Cottbus minus 21,8 Grad gemessen. Am Leipziger Flughafen waren es immerhin noch minus 20,5 Grad Celsius.

Minus 37,7 Grad in Bayern gemessen

Der Wetterdienst meteomedia registrierte am Montag sogar noch tiefere Temperaturen. Die Messstation Funtensee in Bayern zeigte demnach minus 37,7 Grad an, und im sächsischen Morgenröthe-Rautenkranz wurden minus 29,3 Grad gemessen.

Die Eiseskälte hat Deutschland auch in den nächsten Tagen weiter im Griff. Erst zum Wochenende hin wird es laut DWD etwas milder. Die Temperaturen bleiben aber fast überall weiterhin im Minusbereich.

135 Kältetote in der Ukraine

Durch die klirrende Kälte sind in Polen bereits mehr als 60 Menschen gestorben. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien neun Kältetote im Nordosten gezählt worden, teilte die polnische Polizei am Montag mit. Die meisten Opfer seien Obdachlose, die betrunken gewesen seien. Wegen der extremen Minusgrade lockerten die Aufnahmezentren für Obdachlose ihre Regeln und nehmen inzwischen auch alkoholisierte Menschen auf, die normalerweise keinen Zutritt erhalten.

In der Ukraine erhöhte sich die Zahl der Kältetoten offiziellen Angaben zufolge auf 135. Das waren vier mehr als am Sonntag. Demnach waren auch hier die meisten der Opfer betrunken. In Litauen starben nach Angaben der Behörden am Wochenende elf Menschen, womit sich die Gesamtzahl der Kältetoten dort auf 23 erhöhte. In Tschechien stieg die Opferzahl auf 18, nachdem ein weiterer Obdachloser erfror. In Kvilda nahe der deutschen Grenze sank die Temperatur auf minus 39,4 Grad.

Am Londoner Flughafen Heathrow kehrte der Verkehr am Montag zur Normalität zurück. Außer „ein paar“ gestrichenen Verbindungen, die in Zusammenhang mit dem Chaos am Sonntag stünden, sei das Flugprogramm wieder normal, sagte eine Sprecherin des größten Flughafens von Europa. Am Sonntag hatten rund die Hälfte aller 1300 Flüge ab Heathrow gestrichen werden müssen, nachdem in der Nacht sechs Zentimeter Schnee gefallen waren. Tausende Passagiere waren davon betroffen. (afp/dapd)

 
 

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