Hornissen attackieren Wandergruppe - acht Verletzte

Hornissen: Vier Dinge, die man über die Insekten wissen muss

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Eine Gruppe von Rentnern ist in Schleswig-Holstein von Hornissen angegriffen worden. Die Rettungskräfte mussten mit Booten anrücken.

Schnakenbek.  Hornissen haben in Schnakenbek an der Elbe eine Rentnergruppe auf einem Wanderpfad attackiert. Dabei wurden am Sonntagabend acht Menschen verletzt, wie die Polizei am Montagmorgen sagte.

Die Rentner wurden von den Hornissen mehrfach gestochen. Einer von ihnen kam ins Krankenhaus, nachdem ein herbeigeeilter Notarzt ihn untersucht hatte.

Weil die Gruppe auf einem Wanderpfad an der Elbe in Schleswig-Holstein an der Grenze zu Niedersachsen unterwegs war, erwies sich die Rettung als schwierig. So mussten die Feuerwehrkräfte mit Booten anrücken, um die Rentner zu transportieren. Unklar ist, warum die Insekten auf die Gruppe losgingen.

Hornissen sind geschützte Tierart

Der Zugang zum Hornissennest sei nach Polizeiangaben schon seit einigen Tagen abgesperrt gewesen. Hornissen gelten seit 1987 laut Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützte Tierart, ihre Nester dürfen nur mit behördlicher Genehmigung beseitigt werden. Sie nisten gerne in Baumhöhlen, Vogelnistkästen, Rollladenkästen, Dachböden, Verschalungen und Schuppen.

Wer ein Hornissennest auf seinem Grundstück entdeckt oder Fragen dazu hat, wendet sich an die Untere Naturschutzbehörde seines Landkreises bzw. seiner Großstadt. Auch Naturschutzstationen und Naturschutzverbände in den Gemeinden beantworten bei Fragen.

In Ausnahmefällen, wenn Nester im Bereich von Kindereinrichtungen, Schulen oder Allergikern gefunden werden, erlauben die Behörden ein Umsetzen des Nestes. Das übernimmt dann die Feuerwehr, ein Imker oder Schädlingsbekämpfer.

Hornissen fressen Wespen und Fliegen

Wegen ihrer Größe von 3,5 bis 4 Zentimetern Länge sehen Hornissen für viele gefährlich aus. Dabei sind sie meist harmlos und eher nützliche Insekten. Hornissen vertilgen Wespen und Fliegen. Das ist dieses Jahr von besonderer Bedeutung, schließlich sind die Wespen derzeit sehr lästig. Und vor allem im Sommer reagiert der Körper durch die Hitze auf die Stiche besonders empfindlich. Anders als Bienen überleben Wespen den Stich selbst, weil sie den Stachel herausziehen können. Bienen haben dagegen einen Widerhaken. Doch es gibt ein paar Tipps, wie man sich gegen Wespen schützt und Nester umsiedelt.

Zwischen Mitte August und Mitte September kann jedes Hornissen-Volk bis zu 450 Tiere zählen. Die Völker existieren nur für wenige Monate zwischen Juni und Oktober und sterben danach ab.

Das sind die wichtigsten Regeln im Umgang mit Hornissen:

  • Ruhe bewahren und keine hektischen Bewegungen machen
  • Sicherheitsabstand zum Nest halten
  • Hornissen fliegen als einzige Wespenart auch bei Nacht: Sie sammeln sich deshalb unter Beleuchtungen oder an Fenstern, wenn das Licht an ist. Deshalb sollte man es schließen oder Insektengitter davor machen
  • Hornissen genießen besonderen Schutz durch Bundesartenschutzverordnung; Nester dürfen nicht ohne Genehmigung umgesiedelt oder zerstört werden. Es drohen Geldbußen.

(bekö/dpa/epd)

 
 

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