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HIV und Syphilis: Deshalb sind Geschlechtskrankheiten in Deutschland wieder auf dem Vormarsch

HIV und Syphilis: Deshalb sind Geschlechtskrankheiten in Deutschland wieder auf dem Vormarsch

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HIV und Syphilis: Deshalb sind Geschlechtskrankheiten in Deutschland wieder auf dem Vormarsch

HIV und Syphilis: Deshalb sind Geschlechtskrankheiten in Deutschland wieder auf dem Vormarsch

Das ist HIV/Aids

Bleibt eine Infektion mit dem HI-Virus unbehandelt, entwickelt sich die Immunschwäche-Krankheit Aids.

  • Seit Jahren warnen Experten vor einer Zunahme von Geschlechtskrankheiten
  • Das sind mögliche Gründe für ein vermehrtes Aufkommen

Berlin. 

Lange Zeit galten sie als Relikt aus vergangenen Tagen. Seit einigen Jahren jedoch warnen Experten: Geschlechtskrankheiten sind wieder auf dem Vormarsch. Doch was sind die Gründe für das vermehrte Aufkommen von HIV, Syphilis, Tripper und Co.?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete in den vergangenen Jahren eine Zunahme von Geschlechtskrankheiten. Bei Syphilis und Gonorrhö, auch Tripper genannt, gebe es seit 2010 beziehungsweise seit 1999 stetig steigende Infektionszahlen.

Schnelle Verbreitung und Resistenzen

Die Gründe für den Anstieg sind verschieden. Generell verbreiten sich Geschlechtskrankheiten sehr schnell im Körper. Für Pilze, Bakterien und Viren ist das warm-feuchte Klima der Schleimhäute ideal. Deshalb ist die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr so wichtig.

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Immer mehr Probleme bereiten jedoch auch Resistenzen. Die Widerstandsfähigkeit der Menschen gegen Mittel wie Antibiotika mache die Behandlung von Syphilis- oder Tripper-Infektionen zunehmend schwierig.

Drogen und Datingverhalten

Für eine schnelle Verbreitung von Geschlechtskrankheiten sorgt auch der Drogenkonsum, da mit dem Einfluss von stimulierenden Drogen das Risikobewusstsein sinkt. Ein weiterer Faktor sei jedoch auch ein verändertes Datingverhalten, wie Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft, erklärt.

„Sie können heute innerhalb von fünf Minuten eine Verabredung zum Sex vereinbaren“, so der Mediziner in einem Interview mit der „Osnabrücker Zeitung“. Das Problem: Viele würden dann auch auf das Kondom verzichten.(alka)