Hartz-4-Empfängerin prangert an: „Acht Euro mehr helfen mir nicht" - DAS müsste sich dafür ändern

Foto: dpa

Seit dem 1. Januar 2019 bekommen Empfänger von Hartz 4 mehr Geld, im Monat sind es acht Euro. Doch das ist vielen nicht genug. Unter ihnen: Elzbieta Kremplewski, die das Arbeitslosengeld seit einigen Jahren bezieht. Die 63-Jährige kritisiert die Erhöhung des Satzes in einem Artikel, den „Focus Online“ veröffentlichte, und erklärt darin, was ihr und vielen anderen stattdessen helfen würde.

Vom Jobcenter bekomme sie als Alleinstehende monatlich nun 424 Euro anstatt zuvor 416 Euro. „Ich will mich über eine Erhöhung des Satzes natürlich nicht beschweren. Mehr Geld klingt erst einmal immer besser – ob es das allerdings wirklich ist, finde ich zweifelhaft“, schreibt sie. Denn: „Der Punkt ist: Ich weiß, dass diese Erhöhung meine Lebenssituation nicht erheblich verbessern wird. Meine finanzielle Situation bleibt annähernd dieselbe.“

Hartz-4-Empfängerin: „Körperlich und psychisch fertig“

Was ihr aber helfen würde: Mehr Kraft zu tanken. Mit 63 Jahren hat Kremplewski kaum Aussichten, eine Vollzeit-Stelle zu bekommen. „Ich habe in den letzten Jahrezehnten viele schlechte Erfahrungen im Berufsleben machen müssen: Drei Unternehmen, bei denen ich angestellt war, sind insolvent gegangen. Ich wurde mehrfach um meinen Lohn betrogen. Ich habe schwere, körperliche Jobs angenommen, zu jeder Tages- und Nachtzeit“, schreibt sie.

Weiter: „Und dann, als ich mit Ende 50 wieder meine Stelle verlor, habe ich nichts Neues mehr gefunden. Ich war nicht nur körperlich, sondern auch psychisch fertig. Die ständige Ablehnung schlaucht. Und das System Hartz IV macht diesen Zustand nicht besser. Ich fühle mich von der Gesellschaft abgeschrieben.“

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Hartz-4-Empfängerin fordert: „Will mehr von meinem Gehalt sehen“

Die Erhöhung des Hartz-4-Satzes um acht Euro sei da nicht hilfreich. Es gebe aber eine andere Sache, die helfen würde: „Wenn der Freibetrag, den man monatlich hinzuverdienen darf, erhöht werden würde. Ich arbeite gerade zum Beispiel auf 450-Euro-Basis in einem Supermarkt und darf von dem Geld, das ich dort verdiene, lediglich 120 Euro behalten.“

Der Großteil des Geldes muss also ans Jobcenter abgegeben werden. „Es fühlt sich einfach besser an, sein eigenes Geld zu verdienen – auch wenn es nicht viel ist“, so Kremplewski: „Meinetwegen könnten sie den Hartz-IV-Betrag sogar noch kürzen – wenn ich dafür mehr von meinem Gehalt sehen könnte.“

Elzbieta Kremplewski ist sich sicher, dass es nicht nur ihr, sondern auch vielen anderen Hartz-4-Empfängern so geht. Sie schreibt: „Ich glaube, viele Menschen könnte das motivieren und ihnen das Gefühl geben, wieder mehr Kontrolle über ihr eigenes Leben zu bekommen – und so vielleicht auch irgendwann wieder in eine Vollzeitstelle aufzusteigen.“ (cs)

 
 

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