„Hart aber fair“ in der ARD: Journalist mit krasser Aussage zum Umweltschutz

Bei „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg ging es am Montag um das Thema Klimaschutz. (Archivbild)
Bei „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg ging es am Montag um das Thema Klimaschutz. (Archivbild)
Foto: dpa

Es ist ein erster Schritt: Im Herbst letzten Jahres beschloss die EU ein Plastikverbot. Das heißt konkret: Alle Gegenstände, für die es Alternativen gibt, sollen ab 2021 verbannt werden. Dazu zählen Plastik-Strohhalme, Plastik-Becher und -Teller.

Auch junge Schüler machen derzeit auf sich aufmerksam, wenn sie am „Friday for Future“ für den Klimaschutz protestieren und dafür die Schule schwänzen. Das Thema Umwelt ist somit derzeit in aller Munde.

Um das Thema: „Gefühltes Öko-Vorbild, gelebter Klimasünder: Lügt sich Deutschland grün?“ ging es auch am Montagabend bei „Hart aber fair“ in der ARD. Frank Plasberg hat zur Runde unter anderem geladen:

  • Hannes Jaenicke, Schauspieler und Umweltaktivist
  • Jan Fleischhauer, Spiegel-Kolumnist

Hannes Jaenicke: „Klimaschutz in Costa Rica weiter als in Deutschland“

Zwischen Schauspieler Hannes Jaenicke und Journalist Jan Fleischhauer entwickelte sich schnell eine hitzige Diskussion. Denn Jaenicke findet: „Wir müssen alle aus der Konsumsspirale aussteigen. Das fängt beim Plastikkonsum an, geht über Energieverbrauch und Klamotten-Kaufen bis hin zur Nutzung von Pestiziden und anderen Chemieprodukten.“ Jeder Einzelne muss also etwas für das Klima tun.

Fleischhauer ist da jedoch ganz anderer Meinung: Andere Länder tun nichts, deshalb muss Deutschland auch nichts tun. „Wer einmal in Thailand im Urlaub war und sieht, wie sorglos sie dort mit der Umwelt umgehen, merkt schnell, dass es nichts bringt, wenn wir in Deutschland die Schrauben beim Umweltschutz immer mehr anziehen“, so der Spiegel-Kolumnist.

Der Schauspieler befindet diese Aussage aber als absurd, kommt doch auch ein großer Teil des Mülls, der in Asien an den Stränden liegt, aus Deutschland – im Jahr seien es mehr als 600.000 Tonnen, die die Bundesrepublik nach Asien verkauft. Und: Sehe man sich andere Länder an, werde die Umwelt dort teilweise besser geschützt als hierzulande. „Costa Rica zum Beispiel ist im Klimaschutz weiter als wir“, so Jaenicke.

----------------------------------------

Mehr Themen:

Markus Lanz: Altes Video von Bushido aufgetaucht – „Er ist ein dreckiges Arschloch, weil...“

Super Bowl 2019: Hyundai schaltet diese bitterböse TV-Werbung und kassiert richtig Ärger

„Anne Will“: Diskussion um Schwangerschaftsabbruch – die Meinung des einzigen männlichen Gastes sorgt für Ärger

----------------------------------------

Umweltschutz in Deutschland Frage der Zeit

Fleischhauers Erklärung hierfür liegt in Deutschland selbst: Umweltschutz sei hier nämlich vor allem eines: eine Frage der Privilegierung. Als Beispiel führt er einen Laden in München an, der Lebensmittel komplett ohne Verpackung anbietet: „Aber wer geht da hin? Es sind Frauen zwischen 35 und 45, die gerade ihre Kinder in die Kita gebracht haben, kurz bevor sie zum Pilates-Kurs gehen. Für sie ist Zeit keine Ressource, die knapp ist!“ Nur deshalb könnten sie etwas für die Umwelt tun.

Menschen, die viel arbeiten, haben seiner Aussage nach hingegen keine Zeit, um „jedes Lebensmittel selbst in Boxen zu füllen und alles abzuwiegen.“ Zudem macht der Journalist auch einen Vorwurf: „Dann gehen die Leute in den Bio-Laden, aber welche Autos stehen davor? Lauter Porsche! Das sehe ich immer in München-Bogenhausen.“

Klimaschutz: Journalist schießt gegen Hannes Jaenicke

Schließlich richtet sich der 57-Jährige an Jaenicke und schießt auch gegen ihn: „Oder andere haben ihren Wohnsitz auf zwei verschiedenen Kontinenten.“ Der 58-Jährige lebt sowohl in München als auch in Kalifornien – denn es helfe nun mal nichts, wenn man ein Elektroauto fahre, aber die CO2-Bilanz des Einzelnen durch zahlreiche Flugreisen dennoch unglaublich hoch sei.

Janicke gibt zu: „Ich habe sicher keine optimale Klimabilanz – aber ich sorge für einen CO2-Ausgleich.“

 
 

EURE FAVORITEN