„hart aber fair“: Mieten steigen immer mehr – Gelsenkirchener hat diese verrückte Idee

In der aktuellen Folge „hart aber fair“ geht es um die Wohnproblematik in Deutschland.
In der aktuellen Folge „hart aber fair“ geht es um die Wohnproblematik in Deutschland.
Foto: dpa
  • In der aktuellen Folge „hart aber fair“ ging es um die Frage des Wohnraums in Deutschland
  • Der Trend: Der Wohnraum wird immer teurer, auch in ländlichen Regionen
  • Auf Facebook wird das Thema bereits seit Freitag kontrovers diskutiert

hart aber fair" lief am Montagabend mit dem Thema „Menschenrecht Wohnen – in Deutschland leider unbezahlbar?“

Was sind die Mindestanforderungen an einen Wohnraum und was sind die möglichen Lösungen für die explodierenden Mieten – darüber wurde am Montagabend bei „hart aber fair“ geredet.

Unter den Gästen in der aktuellen Ausgabe von „Hart aber fair“ sind die Justiz- und Verbraucherschutzministerin Katarina Barley (SPD), Präsident des Immobilienverbandes IVD Jürgen Michael Schick, Lucy Redler (Linke) und die Generalsekretärin der FDP Nicola Beer.

Moderator Frank Plasberg lobt seine Diskussionsrunde: „Wir reden seit 11 Minuten seriös über Wohnungsenteignung - das gab es noch nicht."

„hart aber fair“ nimmt die Mietpreise in Deutschland genau unter die Lupe

Bewohner der Metropolen kennen das Problem nur zu gut: Die Mietpreise steigen unaufhörlich in die Höhe. Wer denkt, je kleiner die Wohnung, desto günstiger die Miete, irrt sich teilweise gewaltig. In beliebten Metropolen sind es vor allem die kleinen Einraum-Wohnungen, die unverschämt teuer sind.

Mietpreise in einzelnen Bundesländern

2017 betrug der Mietpreis für Wohnungen unter 40 Quadratmeter in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 8,40 Euro pro Quadratmeter. Der Mietpreis für Wohnungen zwischen 40 und 80 Quadratmetern lag durchschnittlich bei 6,30 Euro pro Quadratmeter – ganze zwei Euro günstiger.

In Niedersachsen sahen die durchschnittlichen Mietpreise ähnlich aus. Für Wohnungen unter 40 Quadratmetern lag die Miete bei 8,50 Euro pro Quadratmeter. Für Wohnungen zwischen 40 und 80 Quadratmetern bei 6,90 Euro pro Quadratmeter.

In Thüringen war der Wohnraum in 2017 etwas günstiger. 7 Euro pro Quadratmeter musste man für eine Wohnung unter 40 Quadratmetern zahlen. Für eine Wohnung zwischen 40 und 80 Quadratmetern 5,80 Euro pro Quadratmeter.

Mietpreise steigen, Löhne nicht

Je nach Stadt können diese Preise geringer oder höher ausfallen. Der Trend ist aber deutlich erkennbar: Der Wohnraum wird immer teurer. Lucy Redler von der Linken dazu: „In Berlin sind beispielsweise die Neuvertragsmieten um 75 Prozent gestiegen in den letzten zehn Jahren. Wer von den normalen Kolleginnen und Kollegen hat denn eine Lohnerhöhung bekommen um 75 Prozent?“. Und die Preiserhöhungen finden nicht nur in Metropolen statt.

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Wohnen in kleinen Städten wird immer teurer

Auch in kleinen Städten steigt der Mietspiegel. Nun wird über mögliche Lösungsansätze in der Talkshow diskutiert. Soll der Staat stärker in den Immobilienmarkt eingreifen? Oder soll man weniger regeln und dafür einfach mehr bauen?

Barley dazu: „Die Menschen müssen immer mehr ausgeben – wenn sie in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen bleiben möchten.“

Wie kann Wohnraum geschaffen werden, der lebenswert und bezahlbar ist?

„Es kommen immer strengere Bauregeln", bedauert Schick. Wenn es einfacher wäre zu bauen, dann wäre es auch günstiger, in den neuen Wohnungen zu leben.

Linken-Politikerin Lucy Redler bringt den Artikel 15 des Grundgesetzes in die Diskussion ein, der Enteignung von Wohnungseigentum durch den Staat ermöglicht. Sie befürwortet die Bewegung dazu, die gerade in Berlin stattfindet. Barley wendet ein: „Wenn man enteignet, dann braucht man sehr, sehr gute Gründe."

Redler hingegen dreht den Spieß um. „In den letzten Jahren hat eine Enteignung der Mieter stattgefunden. Wenn die Miete nach der Modernisierung um 300 Euro ansteigt, weil eine Sanierung stattgefunden hat, die man selber nicht wollte."

Traditionell werden bei „hart aber fair“ auch die Meinungen der Zuschauer mit einbezogen, die sie über die sozialen Netzwerke kundtun. Und die (augenzwinkernde) Lösung des Abends bietet ein Zuschauer aus dem Ruhrgebiet: „Kommt na' Gelsenkirchen, hier is billig."

Stimmen der Nutzer

Auf Facebook wird das Thema bereits seit Freitag kontrovers diskutiert. Etliche Nutzer melden sich dazu. Hier nur einige wenige Beispiele.

Kerstin T.: „Hier muss den steigenden Mietpreisen dringend Einhalt geboten werden... es wird überall neuer Wohnraum geschaffen und ich frage mich, für wen, denn Neubauwohnungen sind kaum noch bezahlbar! [...] Manchmal habe ich das Gefühl, man sucht für Städte nur die erfolgreiche gesunde Elite. Der Rest muss schauen, wo er bleibt“.

Tina B.: „Unsere Eltern und Großeltern bauten auch ein Leben lang an Ihren Häusern/Wohnungen mit Entbehrungen. Warum Glauben die Leute es steht Ihnen etwas gratis zu?“

Ute S.: „Es geht in der sozialen Marktwirtschaft generell um Angebot und Nachfrage. Die Menschen drängen in die Ballungsräume. Da geht es nicht nur darum, nah am Arbeitsplatz zu sein. Man sollte als Staat in die Infrastruktur der ländlichen Regionen investieren. Dort gibt es genug günstigen Wohnraum und Leerstand. Mehr Industrie und Dienstleister dorthin durch Steuererleichterungen und schon ist die große Nachfrage in den Ballungszentren abgeschwächt. Die Mieten gehen runter“.

 
 

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