Gute Vorsätze für 2014 - wie lassen sie sich einhalten?

Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr: mehr Sport treiben.
Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr: mehr Sport treiben.
Foto: dpa
Viele Menschen sind mit guten Vorsätzen in 2014 gestartet. Warum es so schwer fällt, sie zu halten – und wie es trotzdem klappen kann. Eine Anleitung zum Ändern.

Essen. Mehr Sport, gesünder Essen, mit dem Rauchen aufhören, weniger Alkohol trinken: Was nimmt man sich nicht alles vor, wenn der Jahreswechsel ansteht? Das neue Jahr ist inzwischen erst ein paar Tage alt, doch so mancher gute Vorsatz, der voller Motivation in der Silvesternacht gefasst wurde, dürfte bereits wieder gebrochen worden sein. War’s das also?

„Nein, Rückfälle sind grundsätzlich nicht schlimm, denn nichts ist schwieriger, als fest eingefahrene Verhaltensweisen zu verändern“, sagt die Duisburger Diplom-Psychologin Irene Schnittker. Sie weiß, wie es gelingen kann, dass der gute Vorsatz zum Grundsatz für das eigene Verhalten wird – und sie kennt die Schwierigkeiten, die Menschen haben, die ihr Leben umkrempeln wollen. Ihre Botschaft: „Das Hinfallen gehört dazu, man muss aber immer wieder aufstehen.“

Die Motivation

Warum fassen wir gute Vorsätze, wenn wir sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht einhalten? „Menschen wissen, wenn bei ihnen etwas nicht optimal läuft“, sagt Schnittker. „Und es liegt in ihrer Natur, solch eine Situation zu ändern.“ Der Jahreswechsel stünde als Symbol für den Neuanfang: Er gelte in der Wahrnehmung vieler Menschen als eine Chance, Altes zurückzulassen und Neues in Angriff zu nehmen. Der innere Antrieb, so die Psychologin, sei nicht weniger als: ein guter Mensch zu sein.

Die Schwierigkeiten

Schwierig werde das Einhalten der guten Vorsätze, wenn der zeitliche Abstand zum Silvesterabend zunimmt. Ein Beispiel: Jemand, der abnehmen möchte, kann für kurze Zeit von seiner anfänglich hohen Motivation zehren. „Spätestens am zweiten Tag, an dem er Mohrrüben knabbert, überwältigt ihn dann aber der Heißhunger auf ein Schnitzel“, sagt Schnittker. Eine kritische Situation: Der Kopf will zwar am Vorsatz festhalten, der Bauch verlangt aber etwas ganz anderes. Auf diesen Moment müsse man sich bereits im Vorfeld gefasst machen, um überlegt und diszipliniert zu reagieren.

„In solchen Situationen ist es sehr schwierig, die Kontrolle zu behalten, besonders wenn Stress als zusätzliche Belastung hinzukommt“, merkt Schnittker an. Wenn zum Beispiel das Telefon klingelt, zeitgleich das Kind schreit und der Ehemann aufgeregt sein Sakko sucht, könne es eine große Herausforderung sein, das Vorgenommene nicht zu vergessen.

Die Abhilfe

Rechtzeitig überlegte Ersatzhandlungen können in diesen Momenten der Schwäche helfen. „Ich muss mir andere Formen der Belohnung zurechtlegen“, sagt Schnittker: Rohkost statt Süßigkeiten, zuckerfreier Kaugummi statt Zigarette. Beispiel Rauchen: Am Abend des ersten rauchfreien Tages gönnt man sich ein leckeres Essen, nach der ersten Woche einen schönen Abend im Kino, nach dem ersten Monat einen kurzen Wellness-Trip und nach dem ersten Jahr fährt man mit dem gesparten Geld in den Urlaub.

Doch auch im Alltag sei es angebracht, sich regelmäßig für seine Fortschritte im Kampf gegen das Laster zu belohnen: etwa mit einer Tasse Tee, einem Spaziergang oder einem guten Buch auf dem Sofa. Es wird deutlich: Ablenkung ist wichtig. Und die erlebt man besonders in der Gruppe. „Das Zusammensein mit Gleichgesinnten hilft“, sagt Schnittker. Man bekomme vor Augen geführt, dass man mit seiner Situation nicht alleine ist und erfahre für seine Fortschritte von den Mitstreitern Lob und Bestärkung.

Das Ziel

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und nichts ist schwieriger, als eingefahrene Verhaltensweisen zu verändern. Wann man also am Ziel angekommen ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Laut Psychologin Schnittker sei in den meisten Fällen das Schlimmste nach sechs Monaten überstanden. Ausnahmen bestätigen dabei allerdings die Regel: Je nachdem, was der Mensch ändern will, könne die Verhaltensänderung auch viel länger dauern.

 
 

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