Xavier Naidoo als „Hassmusiker“ bezeichnet - Gründe Jugend will Konzert verhindern

Xavier Naidoo werden immer wieder Antisemitismus und die Verbreitung von Verschwörungstheorien vorgeworfen.
Xavier Naidoo werden immer wieder Antisemitismus und die Verbreitung von Verschwörungstheorien vorgeworfen.
Foto: imago stock&people / imago/Future Image
Xavier Naidoo soll bei einem Festival in Rosenheim auftreten. Doch es gibt Kritik. Die Grüne Jugend bezeichnet ihn als „Hassmusiker“.

Rosenheim.  Mark Forster, Max Giesinger oder Roland Kaiser sind beim Sommerfestival in Rosenheim dabei. Auch die Söhne Mannheims sollen auf der Bühne stehen. Doch ihr Auftritt sorgt nun für reichlich Ärger – wegen Bandmitglied Xavier Naidoo. Die Grüne Jugend im Kreis Rosenheim will ihn nicht bei dem Festival sehen.

In einer Pressemitteilung, die dem Lokalportal „rosenheim24.de“ vorliegt, bezeichnet die Gruppe Xavier Naidoo als „Hassmusiker“. Seine Texte und öffentlichen Auftritte seien „voll von Verschwörungstheorien, antisemitischen Äußerungen, aber auch Homophobie, expliziten Hassbotschaften und der Reichsbürger-Bewegung nahen Äußerungen“.

Die Grüne Jugend will nach eigener Aussage verhindern, dass das Sommerfestival zu einer Bühne solcher Hassbotschaften und zu einem Ort der Diskriminierung und fehlender Toleranz wird.

Xavier Naidoo sollte beim ESC auftreten

Es ist nicht das erste Mal, dass Xavier Naidoo mit solchen Vorwürfen konfrontiert wird. Im vergangenen Jahr hatte es großen Protest gegeben, nachdem der NDR den Pop-Musiker als deutschen Vertreter für den Eurovision Song Contest (ESC) nominiert hatte. Schon damals wurden ihm Antisemitismus und die Verbreitung von Verschwörungstheorien vorgeworfen.

Das Team hinter dem „Goldenen Aluhut“, das skurrile Pseudowissenschaften auszeichnet, hatte einen offenen Brief an die ARD geschrieben. Darin kritisieren sie die Wahl. Naidoo vertrete „seit geraumer Zeit verschiedene Verschwörungstheorien“. Sie gipfelten darin, dass die Bundesrepublik „gar kein richtiges Land“ und die BRD besetzt sei. Im Oktober 2014 war der Sänger vor sogenannten Reichsbürgern in Berlin aufgetreten. Das hatte massive Kritik nach sich gezogen.

Naidoo hatte sich nach dem ESC-Debakel gewehrt. Er sei froh, in einem „bunten“ Deutschland zu leben, mit einer Vielfalt an Lebensentwürfen und Religionen, heißt es in einem Statement. In dem Zusammenhang distanzierte sich das Söhne-Mannheims-Mitglied auch von den Reichsbürgern. Doch seine Worte halfen nicht, der NDR zog die Nominierung zurück.

Stadt Rosenheim will Programm nicht ändern

Was Xavier Naidoo nun zu der Forderung der Grünen Jugend sagt, ist bisher nicht bekannt. Unterstützung bekommt er aber vom Veranstalter und der Stadt Rosenheim. Auf der Facebook-Seite des Sommerfestivals schreiben sie: „Die Verträge mit den Künstlern beziehungsweise deren Agenturen sind rechtskräftig.“

Und es werden schwere Geschütze aufgefahren. So erklären die Verantwortlichen weiter: „Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verbrieft und schützt die Freiheit der Meinungsäußerung und die Freiheit der Kunst“, was seine „Begründung in der menschenverachtenden Unterdrückung und Barbarei der Nationalsozialisten“ habe. Gegen Xavier Naidoo gebe es auch keine anhängigen Gerichtsverfahren. Daher sehe man keinen Anlass, das Programm zu ändern.

 
 

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