Golden Globes: In Schwarz gegen Sexismus und Missbrauch

Fatih Akins "Aus dem Nichts" gewinnt Golden Globe

Der deutsche Thriller "Aus dem Nichts" von Regisseur Fatih Akin ist in den USA mit einem der wichtigsten Filmpreise geehrt worden: Der an die NSU-Morde angelehnte Film mit Schauspielerin Diane Krug...

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Ganz in Schwarz setzten Hollywood-Schauspielerinnen ein stilles Zeichen gegen Sexismus in der Branche. Einige werden jedoch auch laut.

Los Angeles.  Schwarze Kleider und ein paar Seitenhiebe: Hollywood hat bei der Golden-Globe-Verleihung Stellung zu aktuellen politischen Debatten bezogen. Die Farbe Schwarz, in die sich die meisten Filmstars hüllten, diente als Geste des Protests gegen männlichen Machtmissbrauch in der Filmbranche.

Emma Watson und Laura Dern zählten zudem zu einer Reihe weiblicher Stars, die von acht Frauen-Aktivistinnen zu der Gala begleitet wurden. Tarana Burke, die die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe gestartet hatte, hatte zuvor die Teilnahme der Aktivistinnen angekündigt.

„Guten Abend, Ladies und verbleibende Gentleman“

Als Zeichen der Solidarität für mehr Geschlechtergleichheit trugen viele Stars einen Anstecker der Initiative „Time’s Up“ (Die Zeit ist vobei). Der Bewegung, die auch einen Rechtsfond finanziert, gehören Filmstars wie Meryl Streep, Emma Stone, Cate Blanchett und Gwyneth Paltrow an.

Mit Verweis auf die Skandale der vergangenen Monate, in denen einer Reihe von Hollywood-Größen wie Harvey Weinstein, Kevin Spacey, Dustin Hoffman, Ben Affleck oder Jeffrey Tambor sexuelle Belästigung, Nötigung und in einigen Fällen Vergewaltigung vorgeworfen wurde, begrüßte der Moderator Seth Meyers die anwesenden Golden-Globe-Gäste mit den Worten: „Guten Abend, Ladies und verbleibende Gentleman“.

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Oprah Winfrey wird gefeiert

Mit einer kämpferischen Rede zu Frauen- und Bürgerrechten hat sich US-Entertainerin Oprah Winfrey bei der Verleihung der Golden Globes für einen Preis für ihr Lebenswerk bedankt. „Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren. Aber deren Tage sind gezählt!“, rief Winfrey den Stars zu, die die Entertainerin mit stehendem Applaus feierten.

Die 63-Jährige erinnerte am Sonntag daran, wie sie in den 1960er-Jahren als kleines Mädchen den Oscar-Sieg des schwarzen Regisseurs und Schauspielers Sidney Poitier verfolgte. „Ich möchte, das heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht.“ Es bahne sich eine Zeit an, in der niemand mehr „Me Too“ sagen müsse, sagte Winfrey unter Applaus der anwesenden Stars. (dpa)

 
 

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