Geschlechtskrankheit „Tripper“ könnte bald unheilbar sein

Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor der Verbreitung eines multiresistenten Erregers der Geschlechtskrankheit Gonorrhoe.
Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor der Verbreitung eines multiresistenten Erregers der Geschlechtskrankheit Gonorrhoe.
Foto: imago stock&people / imago/Westend61
  • Die WHO warnt vor einem multiresistenten Gonorrhoe-Erreger
  • Die Geschlechtskrankheit ist in Deutschland besser als „Tripper“ bekannt
  • Antibiotika würden gegen diese neue Erregerform nicht mehr wirken

Genf.  Gegen die als „Tripper“ bekannte Geschlechtskrankheit könnte es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bald keine Medikamente mehr geben. In zahlreichen Ländern, darunter auch in Deutschland, seien Fälle von Gonorrhoe aufgetreten, die gegen alle derzeit verwendeten Antibiotika resistent seien.

Der WHO zufolge erkranken weltweit jährlich 78 Millionen Menschen an Gonorrhoe. Unbehandelt könne die Krankheit schwere Folgen haben. So könne sich der Erreger bei der Geburt auf das Baby übertragen, das infolgedessen erblinde. Eine weitere mögliche Folge sei Unfruchtbarkeit.

Vier von fünf Erkrankungen bleiben unerkannt

Zudem erhöhe Gonorrhoe die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren. Komplikationen durch Gonorrhoe treten vor allem bei Frauen auf, weil ihre Symptome nicht augenscheinlich sind und nur durch geschultes medizinisches Personal erkannt werden.

Nach WHO-Schätzungen bleiben deshalb vier von fünf Erkrankungen unerkannt. Gerade in Entwicklungsländern müsse daher die Diagnostik verbessert werden, um Gonorrhoe frühzeitig zu erkennen, forderte die WHO.

Kondom bleibt sicherster Schutz gegen Gonorrhoe

Die WHO kündigte an, zusammen mit der Kampagne zur Behandlung vernachlässigter Krankheiten (DNDi) die Einführung eines neuen Antibiotikums zu beschleunigen. Die Lage sei ernst, erklärte der Direktor des gemeinsamen Programms, Manica Balasegaram.

Man werde daher auch prüfen, ob neue Kombinationen vorhandener Antibiotika Behandlungserfolge brächten. Am sichersten sei jedoch, die Übertragung von Gonorrhoe durch den Gebrauch von Kondomen zu verhindern. Die WHO plant nach eigenen Angaben eine entsprechende Aufklärungskampagne. (epd)

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