Gefängnisstrafe für prügelnde Neonazis

Foto: WAZ

Dortmund. Wegen gefährlicher Körperverletzung sind am Dienstag zwei Neonazis im Berufungsprozess vor dem landgericht zu Gefängnisstrafen von einem Jahr und zwei Monaten und zu zehn Monaten verurteilt worden. Das Duo hatte am rande einer Demo einen Punker verprügelt und getreten.

Ihre Attacke war ebenso grundlos wie brutal. Ohne jeglichen Anlass haben zwei Rechte am Rande der Demo am 6. September 2008 auf einen Punker eingeschlagen. „Nur, weil ihnen das Aussehen nicht passte”, sagte Meinhard Northoff, Vorsitzender Richter der 45. Strafkammer. Dafür wandert der 44-jährige Neonazi jetzt ein Jahr und zwei Monate ins Gefängnis, sein Gesinnungsgenosse (29) muss für zehn Monate hinter Gitter.

Höhere Strafen im Berufungsprozess

So hatten sich die beiden Rechten die Neuauflage ihres Verfahrens nicht vorgestellt, fiel doch die Strafe höher aus als letztes Jahr im Amtsgericht. Dort hatten die beiden acht bzw. neun Monate Haft kassiert, gegen dieses Urteil haben sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Vor dem Landgericht bezog die Kammer nun auch ältere Urteile in das Strafmaß mit ein: Der 44-Jährige Neonazi ist bereits wegen „Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen” aufgefallen. Beim Sonnenbaden am Kanal präsentierte er einst anderen Badegästen sein Hakenkreuz auf dem Rücken.

Zum jetzigen Fall: Am Tag der Demo gab es erst auf der Freitreppe gegenüber des Hauptbahnhofes ein Wortgefecht zwischen den Rechten und dem Punker, später sah man sich hinter dem Bahnhof, Nähe Hauptpost, wieder. Mit den Worten „Du hast doch gerade Stress gemacht” trafen den Punk auch schon die ersten Schläge auf die Nase. Noch als er am Boden lag, trat das Duo weiter auf ihn ein.

Rechte schwiegen auf der Anklagebank

Auf der Anklagebank schwiegen die beiden Rechten, dafür zeigten sich ihre Freunde umso redseliger. Wollen sie doch gesehen haben, wie der schmächtige Punk mit einer Bierflasche auf den bulligen, ihm körperlich überlegenen Neonazi losging - was sowohl das Gericht als auch Oberstaatsanwältin Susanne Leichter für „absolut abwegig” hielten. Die Verteidigung hatte auf Freispruch für den einen und eine Bewährungsstrafe für den anderen Rechten plädiert. Das Opfer erlitt damals zahlreiche Prellungen am ganzen Körper und auch im Gesicht.

 
 

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