Gefängnisausbruch mit Hubschrauber – Geisel erzählt von Flug

Mit diesem Hubschrauber gelang dem französischen Straftäter Redoine Faïd mithilfe von Komplizen die Flucht aus dem Gefängnis.
Mit diesem Hubschrauber gelang dem französischen Straftäter Redoine Faïd mithilfe von Komplizen die Flucht aus dem Gefängnis.
Foto: Geoffroy Van Der Hasselt / dpa
Ein Hubschrauberpilot wird als Geisel gezwungen, bei einem Gefängnisausbruch in Frankreich zu helfen. Nun berichtet er von dem Drama.

Paris.  Nach dem spektakulären Gefängnisausbruch eines französischen Verbrechers hat der als Geisel genommene Hubschrauberpilot von dem Drama erzählt. Die Komplizen des Häftlings Redoine Faïd hätten ihn mit Pistolengriffen geschlagen und seiner Familie gedroht, sagte Stéphane Buy am Mittwoch dem Radiosender RTL. Bewaffnete hatten den Piloten am Sonntag in ihre Gewalt gebracht. Das Kommando drang mit dem Helikopter ins Gefängnis von Réau südöstlich von Paris ein und befreite Faïd.

Buy gab an, dass zwei Männer bei ihm einen Flug gebucht hatten. Sie seien vorher schon einmal mit ihm geflogen. „Für mich war das ein Vater, der seinem Sohn eine Freude machen wollte“, sagte er. Doch schon am Flugplatz hätten sie ihn bedroht, damit er einen bestimmten Hubschrauber nimmt. „Sie haben mich genötigt und gewarnt, dass meine Familie in Gefahr sei“, sagte der Fluglehrer mit brechender Stimme.

Bei einer ersten Zwischenlandung hätten die Männer ihn mit Waffen bedroht, geschlagen und in ihre Pläne eingeweiht. „Ich hatte keine Wahl.“ Bei einem zweiten Stopp seien weitere Personen dazugekommen und hätten offenbar Dinge in den Helikopter geladen.

Geiselnehmer schlagen Piloten immer heftiger

„Danach ist die Maschine nicht angesprungen und da wurde es zum Alptraum.“ Die Männer hätten sich aufgeregt, ihn immer heftiger geschlagen. Schließlich lief die Maschine wieder. Die Geiselnehmer dirigierten ihn zum Gefängnis, wo er in einem Hof niedergehen sollte.

Bei der anschließenden Flucht sei Faïd sehr ruhig gewesen. Das Kommando wies Buy demnach an, nahe einer Tankstelle nördlich von Paris zu landen. „Sie haben versucht, Feuer in der Kabine zu legen.“

Der mehrfach zu Freiheitsstrafen verurteilte Faïd hatte 2013 schon einmal mit einem spektakulären Gefängnisausbruch von sich reden gemacht. Der 46-Jährige ist auf der Flucht. Die Polizei geht davon aus, dass vier bis fünf Komplizen an der Aktion beteiligt waren. (dpa)

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen