Gefängnis Münster muss wegen Einsturzgefahr geräumt werden

Teile der Justizvollzugsanstalt Münster sind 160 Jahre alt. Weil das Gebäude einstürzen könnte, muss das Gefängnis bis Freitag geräumt werden.
Teile der Justizvollzugsanstalt Münster sind 160 Jahre alt. Weil das Gebäude einstürzen könnte, muss das Gefängnis bis Freitag geräumt werden.
Foto: imago stock&people
Die JVA Münster gehört zu den ältesten Gefängnissen Deutschlands. Nun müssen die Inhaftierten umsiedeln – wegen akuter Einsturzgefahr.

Münster..  Weil es einsturzgefährdet ist, muss das baufällige Gefängnis in Münster bis Freitagnachmittag geräumt werden. Am Mittwoch habe der zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) das Mietverhältnis mit dem Justizministerium fristlos gekündigt, wie ein BLB-Sprecher und das Justizministerium Informationen des Onlineportals der „Westfälischen Nachrichten“ bestätigten. Die 515 Häftlinge müssen in andere Anstalten verlegt werden.

„Ein aktuelles Gutachten sieht eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein spontanes Versagen der Statik“, begründete der Sprecher des BLB den Schritt. Für das Justizministerium kommt die Entscheidung überraschend: Zwar werde das Gebäude wegen Baufälligkeit seit Monaten mit Sensoren überwacht, noch in der vergangenen Woche habe jedoch kein akuter Handlungsbedarf bestanden, sagte ein Sprecher. Teile des denkmalgeschützten Gebäudes sind mehr als 160 Jahre alt. Es gehört damit zu den ältesten Gefängnissen in Deutschland.

Gefängnisgebäude seit Monaten mit Sensoren überwacht

Für das Justizministerium kommt die Entscheidung überraschend: Zwar werde das Gebäude wegen Baufälligkeit seit Monaten mit Sensoren überwacht, noch in der vergangenen Woche habe jedoch kein akuter Handlungsbedarf bestanden, sagte Ministeriumssprecher Marcus Strunk. „Uns stehen aber genügend Hafträume zur Verfügung“, versicherte er. Ein Teil der Gefangenen könne in kürzlich wieder in Betrieb genommene Anstalten in Coesfeld und Krefeld verlegt werden. Der Rest werde auf andere Haftanstalten im Land verteilt. Auch in der stillgelegten JVA von Mönchengladbach werden demnächst Kapazitäten reaktiviert.

Seit Jahren sei man vergeblich auf der Suche nach einem Ersatzgelände für einen Neubau, sagte BLB-Sprecher Hartmut Gustmann. „JVAs sind keine beliebten Nachbarn. Da eine gemeinwohlverträgliche Lösung zu finden, ist uns bisher nicht gelungen.“ Im NRW-Justizministerium hieß es, dass notfalls auch außerhalb Münsters nach Alternativen für eine neue Haftanstalt gesucht werden müsse. Wie die „Westfälischen Nachrichten“ online berichten, habe NRW-Justizminister Thomas Kutschaty bereits bis Ende Juni einen neuen Standort präsentieren wollen. Noch im Mai hatte er gesagt, das Gebäude sei baufällig, aber nicht einsturzbedroht, berichtete der WDR online. (dpa/jkali)

 
 

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