„Game of Thrones“ wird Lehrfach an der Uni Hamburg – nur diese Menschen dürfen es studieren

Die Serienfiguren Beric Dondarrion und Sandor „The Hound” Clegane aus der Serie „Game of Thrones“ sind nun Gegenstände wissenschaftlicher Forschung an der Uni Hamburg.
Die Serienfiguren Beric Dondarrion und Sandor „The Hound” Clegane aus der Serie „Game of Thrones“ sind nun Gegenstände wissenschaftlicher Forschung an der Uni Hamburg.
Foto: Helen Sloan/HBO / imago/Cinema Publishers Collection
  • An der Uni Hamburg gibt es ein Seminar über die Serie „Game of Thrones“
  • Doch nur ausgesprochene Fans dürfen daran teilnehmen
  • Der verantwortliche Professor ist jedoch kein allzu großer Fan – er kritisiert die Serie scharf

Hamburg.  Die Serie „Game of Thrones“ begeistert Millionen Zuschauer weltweit. Vor wenigen Tagen begann die Ausstrahlung der siebten Staffel – die Fans fiebern nun wieder mit bei dem Kampf um den Eisernen Thron. Höchste Zeit, das originelle Stück Popkultur wissenschaftlich zu untersuchen – das zumindest dachten sich zwei Lehrende der Fakultät für Geisteswissenschaften an der Universität Hamburg.

Deshalb bieten Mittelalterforscher Christoph Dartmann und die Kirchenhistorikerin Barbara Müller dem „Hamburger Abendblatt“ zufolge nun ein Seminar namens „Game of Thrones – Das Mittelalter in der Gegenwart“ an. Die Teilnehmeranzahl ist auf 30 Personen begrenzt. Zulassungsvoraussetzung: Die Bewerber müssen alle Folgen von „Game of Thrones“ gesehen haben. Passend zum Thema findet das Seminar im Kloster Nütschau statt, ein Benediktinerkloster in der Nähe von Bad Osloe.

Forscher kritisiert Frauenbild in „Game of Thrones“

Wie Mediävist Dartmann dem „Abendblatt“ erklärt, sei seine Kritik an der eindimensionalen Darstellung des Mittelalters in der Serie Ausgangspunkt für das Seminar. Dartmann zufolge sind die Settings übertrieben dreckig. „Sie sehen so aus, als würde es da schlimm stinken“, sagt er. Auch die extreme Darstellung der Demütigung von Frauen im Mittelalter entspräche nicht der historischen Wahrheit.

Das Mittelalter würde mithilfe von Klischees als ein Gegensatz zur Moderne stilisiert. „Das belastet die Wahrnehmung dieser Epoche seit mehr als 200 Jahren“, erklärt Dartmann. Um diese Wahrnehmung zu verändern, haben die Professoren vor, ein Buch über die Ergebnisse des Seminars zu veröffentlichen. Welch eine gute Gelegenheit für die Wissenschaftler, ihre Mittelalter-Forschung populärer zu machen. (leve)