Fridays for Future: Schulleiter fordert drastische Strafe für Schüler und Eltern

Jeden Freitag versammeln sich Tausende Schüler, um für einen besseren Umgang mit dem Klima zu kämpfen – denn am Ende sind sie die Opfer der globalen Erderwärmung.
Jeden Freitag versammeln sich Tausende Schüler, um für einen besseren Umgang mit dem Klima zu kämpfen – denn am Ende sind sie die Opfer der globalen Erderwärmung.
Foto: imago/IPON
  • Jeden Freitag streiken Schüler für bessere Klimapolitik
  • Die Demos stehen im Konflikt mit der Schulpflicht
  • Ein Direktor aus Bayern hat harte Maßnahmen angekündigt

München. Immer mehr Schüler und Schülerinnen schließen sich den Freitagsdemos für das Klima an. Die Fridays for Future-Demonstrationen geraten mit Blick auf die Schulpflicht aber auch immer wieder in die Kritik.

Viele sehen eine klare Verletzung der Schulpflicht durch die Demonstrationen für das Klima. Ein Gymnasium aus München hat jetzt besonders harte Maßnahmen angekündigt.

Fridays for Future: Schule droht mit Bußgeldern

Vor wenigen Tagen bekamen die Eltern von Schülern auf dem Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium ein Schreiben von Schulleiter Wolfgang Hansjakob. Das berichtet der Bayerische Rundfunk.

Demnach befreien immer mehr Eltern ihre Kinder im Zuge der Demos selbst vom Unterricht. In dem Schreiben informiert die Schulleitung die Eltern darüber, dass sie sich nun zu härteren Maßnahmen gezwungen sieht.

„Eltern und Schüler müssen bereit sein, die Konsequenzen zu tragen“

Sollten die Kinder weiterhin selbst entschuldigt vom Unterricht fernbleiben, sieht sich der Direktor dazu gezwungen, Anzeige zu erstatten.

„Wir werden jeden Einzelfall prüfen, wie er sich darstellt. Wenn hier ganz bewusst gegen Spielregeln, gegen Gesetze und gegen die Schulordnung verstoßen wird, dann müssen Eltern und Schüler auch mal bereit sein, die Konsequenzen zu tragen“, so Wolfgang Hansjakob.

Kultusminister begrüßt die Maßnahme

Für ihn haben die Demos ihren Zweck erreicht. Die Aufmerksamkeit sei genug auf das Thema Klimaschutz gelenkt: „Jetzt muss es doch weitergehen“, sagt der Schulleiter.

Auch Bayern Kultusminister Michael Piazolo steht hinter ihm. „Die Schulpflicht gilt. Wenn dennoch nicht am Unterricht teilgenommen wird, gibt es Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen.“

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Elternverband hinterfragt das Vorgehen

Es könnten empfindliche Bußgelder von bis zu 1.000 Euro auf die Eltern zukommen. Der Bayerische Elternverband sieht dies kritisch.

„Bußgelder und Verweise sind uns zu kurz gegriffen, was nicht heißen soll, dass wir gegen die Einhaltung von Normen sind“, so Henrike Paede, Geschäftsführerin vom Bayerischen Elternverband gegenüber dem „BR“.

Demonstrationen können pädagogisch genutzt werden

Die Demos für eine eigentlich gute Sache stehen zwar im Konflikt mit der Schulpflicht, würden aber ein großes pädagogische Potenzial bieten.

Schüler könnten hier selbst erleben, wie beispielsweise eine Demokratie funktionieren kann.

Organisatoren finden Maßnahme problematisch

Das Münchner Organisationsteam der Demos sieht die Androhung von so hohen Strafen kritisch.

David Distel, Sprecher des Teams sagte dazu: „Es ist natürlich ganz offensichtlich, dass die absolute Mehrheit der Schüler nicht zahlen könnte.“

Konflikt wird nur verschoben

Die Bußgelder treffen Familien mit weniger Geld härter als reichere Familien. Ein weiteres Problem sehen die Organisatoren darin, dass der Konflikt durch die Anzeigen in die Familien getragen wird.

Wie der Bayerische Rundfunk weiter berichtet, gibt es ohnehin jeden Freitag Schüler und Schülerinnen, die sich für das Klima einsetzen wollen und dadurch mit ihren Eltern in Streit geraten. (db)

 
 

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