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Frei.Wild-Lied soll auf den Index gesetzt werden

Frei.Wild
Konzert: Frei.Wild in Essen Foto: Jan Dinter/WAZ FotoPool
Ende 2013 scheiterte das Indizierungsverfahren gegen ein Lied der angeblich rechtslastigen Deutsch-Rocker Frei.Wild. Der Text war im Internet nicht mehr zu finden. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger bestreitet jedoch jede Nähe zum Rechtsextremismus.

Erfurt. 

Thüringens Landesregierung lässt einen Song der umstrittenen Tiroler Deutschrock-Band Frei.Wild erneut auf mögliche Gewaltverherrlichung prüfen. Das Sozialministerium habe einen neuen Indizierungsantrag bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) gestellt, sagte ein Sprecher am Samstag. Dabei gehe es um das Lied „Rache muss sein“.

Der Band aus Brixen wird seit langem vorgeworfen, deutschtümelnde und gewaltverherrlichende Texte zu verbreiten. Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger hatte sich bereits von dem entsprechenden Liedtext distanziert. Er bestreitet jede Nähe der Band zum Extremismus.

Letztes Indizierungsverfahren gegen Frei.Wild gescheitert

Die Bonner Prüfstelle bestätigte den Eingang des Antrags. „Das 12er-Gremium wird sich auf seiner nächsten Sitzung am 6. Februar damit befassen“, sagte die BPjM-Vorsitzende Elke Monssen-Engberding. Dem Antrag aus Erfurt liege die Frei.Wild-CD „Eines Tages“ bei.

Ende vergangenen Jahres hatte die Prüfstelle ein erstes vom Thüringer Sozialministerium beantragtes Indizierungsverfahren eingestellt, weil die darin als Beleg angeführten Internet-Links auf den Songtext und ein Youtube-Video nicht mehr funktionierten. Die dort hinterlegten Dateien waren zwischenzeitlich entfernt worden.

„Jetzt liegst du am Boden, liegst in deinem Blut.“

Im neuen Antrag wird auf den Text des Liedes im CD-Booklet verwiesen, wie Ministeriumssprecher Uwe Büchner sagte. Darin heißt es: „Jetzt liegst du am Boden, liegst in deinem Blut. Das Blut auf meinen Fäusten, ich find, es steht mir gut.“

Den Anstoß für die Erfurter Initiative hatte ein Journalist geliefert, der seit Jahren über die rechte Szene berichtet. Er wirft der Band vor, dass sie „in ihren Liedern unter anderem Hass auf Andersdenkende verbreitet, Gewalt verherrlicht, mit geschichtsrevisionistischen Anspielungen arbeitet und antisemitische Stereotype bedient“. Frei.Wild-Frontmann Burger, ein Ex-Skinhead, der seine frühere Zugehörigkeit zur rechten Szene als Fehler bezeichnet, hatte dies bereits während des ersten Verfahrens von sich gewiesen. Im Hinblick auf den beanstandeten Song räumte er allerdings Fehler bei der Textgestaltung ein.

Dem Verkaufserfolg der Gruppe schadete die Diskussion nicht: Das neue Album „Still“ schaffte es auf Platz eins der deutschen Album-Charts. (dpa)