Frauenärztin verrät – mit diesen Tricks hast du viel mehr Spaß beim Sex

Frauenärztin Sheila de Liz spricht unangenehme Themen in einer Sprache an, die jeder versteht. Das kommt an.
Frauenärztin Sheila de Liz spricht unangenehme Themen in einer Sprache an, die jeder versteht. Das kommt an.
Foto: imago images / Future Image

Viele Frauen kennen ihren eigenen Körper leider viel zu wenig, dabei sind die Grundlagen der Gynäkologie mindestens genauso nachvollziehbar wie die Handlung einer Netflix-Serie. Das sagt jedenfalls Frauenärztin Sheila de Liz. Sie fasst in ihrem aktuellen Bestseller „Unverschämt“ zusammen, was jede Frau und auch jeder Mann über den weiblichen Körper wissen sollte.

Dr. Sheila de Liz erklärt, dass Hormone divenhaft wie Hollywoodstars sind, die weibliche Brust ein Multitalent ist und nennt die Klitoris das It-Girl der Lust.

Hinter den unterhaltsamen Vergleichen steckt ein wichtiges Anliegen der Frauenärztin, die seit mehr als 20 Jahren praktiziert und wortwörtlich schon ALLES gesehen hat. Sie findet: Wir alle sollten viel offener über Sex, unseren Körper und unangenehme Fragen sprechen. Die Frauenärztin kritisiert, dass selbst gebildete Frauen viel zu wenig über ihren eigenen Körper wissen.

Wer nicht weiß, was gefällt und wo sich die Kathedrale der Lust überhaupt befindet, hat weniger Spaß beim Sex mit dem Partner, glaubt die Ärztin.

Dr. Sheila de Liz hat amerikanische Wurzeln und ist mittlerweile auch wegen ihrer Social Media-Kanäle bekannt dafür, mit direkten Worten Lösungen für so ziemlich jedes Problem zu finden.

Vor allem für die Unsicherheiten bei Frauen, die sich oft unter der Gürtellinie abspielen. Im Interview mit DER WESTEN erklärt Sheila de Liz, was hinter ihrer „Mission: Unverschämt“ steckt.

Redaktion: Frau de Liz, Ihr Buch heißt: „Unverschämt“. Haben Sie auch negative Erfahrungen mit ihrer Offenheit zum Thema weiblicher Körper und Sex gemacht?

Bei Patienten auf gar keinen Fall. Die finden meine Art zu reden und mich auszudrücken, gut. Ich frage ganz direkt: „Juckt es da unten?“, und vermeide Mediziner-Latein. In meinem Buch spreche ich auch von der Klitoris als „Spaß-Areal“, damit Frauen ohne Umschweife wissen, was sie damit anfangen können.

In Krankenhaus-Situationen hab ich dadurch des Öfteren ein Naserümpfen geerntet – für meine Ausdrucksweise. Das lag am sehr konservativen Umfeld der Ärzteschaft und da wird das auch bis heute nicht gerne gesehen.

In Ihrem Buch sprechen Sie oft über „Bremsen beim Sex“. Was sind die größten „Bremsen“?

Ein großes Hindernis bei Frauen ist auf alle Fälle ihr Scham-Problem. Viele Frauen schämen sich weniger für ihr Äußeres, sondern sie nehmen ihr Genital nicht bewusst wahr. Sie kennen sich nicht gut aus, wissen nicht, wo was ist und wie was funktioniert. Ich nenne das „Vermeidungsverhalten.“

Viele Frauen sind mit ihrem Genital nicht auf „Du und Du“, ihnen ist das alles fremd. Doch viele Frauen schämen sich auch wegen ihrer Figur, Cellulite und Hängebrüsten. Doch das hat oft nichts damit zu tun, wie der Körper der Frau wirklich aussieht!

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Was kann Frau denn dagegen tun, wenn sie Problemzonen in den Vordergrund stellt und sich nicht attraktiv fühlt?

Das ist schwierig, in der Frauenarzt-Praxis wird das häufig leider nicht diskutiert. Wenn eine Frau aber etwas hat, was sie wirklich stört und zum Beispiel sagt: „Meine Brust ist jetzt ganz leer gesaugt und hängt runter“, dann schaue ich mir das an und sage der Patientin schon, dass es operativ die Möglichkeit gibt, das zu begradigen. WENN sie das will. Das ist auch nicht schlimm. Trotzdem ist es so, wenn die Brust nach dem Stillen hängt, hat man ja schließlich ein Baby, also ist das eigentlich eine Art „Kriegsverletzung“ auf die man stolz sein kann! Das sage ich dann auch.

Bei jüngeren Mädels reicht es oft aus zu sagen: „Ich finde dich gut, so wie du bist.“ Manchmal muss man das einfach sagen. „Das sieht super aus, das ist total klasse.“ Der Trick ist also, einfach mit dem Frauenarzt, Freunden und der Familie darüber sprechen!

Welche Hindernisse gibt es in Bezug auf den Partner?

Die zweitgrößte Bremse ist definitiv das fehlende Tachelesreden mit dem Partner. Ein Problem ist, dass Frauen oft zurückstecken und sich zu schnell ins Bockshorn jagen lassen – von ihm. Das kommt vor, wenn der Mann ihr das Gefühl vermittelt, dass sie 'nicht normal‘ sei, weil sie ‚schon wieder‘ keine Lust auf Sex hat – weil ihr das zum Beispiel keinen Spaß macht und weh tut.

Oder es heißt: „Du bist schon wieder nicht zum Orgasmus gekommen, dass kann jawohl nicht wahr sein.“ Da fehlt vielen Frauen das Wissen über ihren eigenen Körper und das Selbstbewusstsein dagegen vorzugehen.

Glauben Sie, dass der Erfolg Ihres Buches auch damit zusammenhängt, dass sich zu viele Frauen nicht trauen, unangenehme Themen anzusprechen – und das lieber nachlesen?

Absolut. Das ist meine Erfahrung aus 25 Jahren ärztlicher Praxis. Und weil die Fakten und die Probleme im Buch so beschrieben sind, dass sie jeder versteht.

Ich wollte, dass die Distanz zwischen Arzt und Patient verschwindet. Patienten stellen sich unangenehme Fragen, trauen sich aber nicht, diese zu stellen, wie: 'Was ist ein normaler Scheidengeruch, was ist normaler Ausfluss.' Jetzt können sie es nachlesen.

Meine Mission ist, Frauen ein Buch an die Hand zu geben, damit sie immer mal wieder nachgucken können, wenn irgendetwas nicht stimmt. Ich möchte bescheidenerweise hinzufügen, dass man auf diese Art verlässlichere Informationen bekommt, als wenn man googelt. Beim Googeln finden Frauen oft unrealistische Horroszenarien. Außerdem wollte ich nicht, dass solche Themen nur in der „Schmuddelecke“ stattfinden.

Sie sagen, dass Frauen zu wenig über ihren eigenen Körper wissen. Was glauben sie, woran das liegt? Gibt es zu wenige Feministinnen, die sich ja oft mehr mit ihrem Körper auseinandersetzen?

Ich glaube nicht, dass es zu wenige Feministinnen gibt. Es ist einfach eine kulturelle Geschichte. In Deutschland war es sehr lange so: Der Arzt hat das Wissen und du gehst als Patient hin und erfährst, was los ist. Dann bekommst du Medikamente und die Beschwerden gehen weg. Früher war die Einstellung der Ärzte so, dass der Patient auch 'gar nicht viel wissen muss.'

Tenor: Die verstehen es eh nicht. Manche Ärzte glauben, dass man Patienten nicht so viel zumuten kann.

Woran merken Sie eigentlich, dass Frauen sich mit ihrem Körper nicht auskennen?

Man merkt das schnell am Vokabular. Frauen sprechen oft von ihrem „Unterleib“ – alles ab dem Bauchnabel gehört zu diesem mysteriösen „Unterleib.“ Dazu kommen Mythen, die man Frauen schon als Kinder eintrichtert: Setz dich nicht auf kalte Steine! Lauf nicht in kurzen Hosen rum, nicht dass du irgendwann mal keine Kinder mehr kriegen kannst!

Der Bereich „Unterleib“ ist bei Frauen oft angstbesetzt und nebulös. Das soll nicht sein. Deswegen ist es gut, dass wir einige Feministinnen haben. Feminismus bedeutet schließlich eigentlich nur, dass Mann und Frau gleich sind und nicht, dass einer besser ist als der andere. Wenn man diese Fortschritte in der Gesellschaft gemacht hat, die wir in den letzten 20 Jahren gemacht haben, dann passt es nicht, dass Frauen sich nicht mit ihrem Körper auskennen.

Die meisten Mädels, die ich kenne, gerade die Instagram-Generation, die wissen genau, wie man ein Selfie perfekt macht. Aber wenn es um den eigenen Körper geht, sind nur Fetzen des Wissens vorhanden. Der Rest wird ausgefüllt mit Ratschlägen, die man irgendwo aufgeschnappt hat. Das geht nicht.

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Also sehen Sie selbst bei der „Generation Instagram“ keine Fortschritte?

Nein, absolut nicht, das ist immer noch so. Ich erlebe das auch bei meinen eigenen Kindern.

Es ist in der Schule nicht so, dass sich mal jemand mit den Kindern hinsetzt und sagt, pass auf: Das ist deine Vagina, da kannst du einen Tampon reinstecken, da passiert nichts. An den Schulen wird es nicht so gemacht, wie es gemacht werden soll. Und zu Hause oft auch nicht. Ich will jetzt mit Tabus aufräumen, damit Mädels sich selbst besser informieren – aus verlässlicher Quelle.

Sheila de Liz arbeitet aktuell bereits an ihrem zweiten Buch. Diesmal soll der Schwerpunkt auf Frauen in den Wechseljahren und ihrem Umgang mit dieser Lebensphase liegen.

 
 

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