Frau tötete Giraffe – jetzt meldet sie sich mit einer absurden Begründung zurück

Für die Fotos in Siegerpose erntete die Jägerin viele böse Kommentare.
Für die Fotos in Siegerpose erntete die Jägerin viele böse Kommentare.
  • Vor einigen Wochen kassierte eine Großwildjägerin einen Shitstorm
  • Jetzt hat sie sich öffentlich für die getötete Giraffe gerechtfertigt
  • Mit der Tötung eines alten Bullen habe sie angeblich einen Beitrag zur Arterhaltung geleistet

Kapstadt.  Eine Frau posiert gut gelaunt mit einem Gewehr vor einer erlegten Giraffe – dieses Foto erhitzte vor einigen Wochen die Gemüter, nachdem es vom Netzportal „AfricaDigest“ getwittert wurde. Die Großwildjägerin Tess Thompson Talley, die auf dem Bild zu sehen ist, kassierte einen gewaltigen Shitstorm.

Jetzt hat sich die US-Amerikanerin an die Öffentlichkeit gewendet. „CBS News“ erklärte Talley, dass es sich bei der Großwildjagd um „Arterhaltung durch Wildtiermanagement“ handle. Durch die Tötung des über 18 Jahre alten Giraffenbullens habe sie rein hypothetisch das Leben mehrerer jüngerer Bullen gerettet, die sonst im Rahmen von Revierkämpfen von ihm angegriffen worden wären. Diese jüngeren Tiere könnten sich nun ungestörter fortpflanzen.

Bedrohte Tierart

Die anmutigen Tiere mit den Kulleraugen sind vom Aussterben bedroht. Inzwischen leben weniger als 100.000 Giraffen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Besonders deshalb stößt die Rechtfertigung der Jägerin Tierschützern sauer auf.

Der „New York Times“ sagte Iris Ho von der Humane Society International, dass es sich um eine vorgeschobene Begründung handle. Auch Bullen über 18 Jahre könnten sich noch fortpflanzen. „Trophäenjagd auf eine gefährdete Art ist aus unserer Sicht nicht nachhaltig“, so Ho.

Safari Club-Präsident nimmt Talley in Schutz

Die Großwildjagd ist in Südafrika umstritten, aber gegen die Entrichtung einer hohen Gebühr erlaubt. Meist gehen Touristen dem Hobby nach. Paul Babaz, Präsident des internationalen Safari Clubs, sagte laut „CBS News“, dass das Geld den lokalen Gemeinden zugute käme. Die Gebühr, die Großwildjäger für eine getötete Giraffe zahlen, liegt zwischen 2000 und 3000 US-Dollar.

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Viele erlegte Tiere werden von US-amerikanischen Touristen in ihr Heimatland mitgenommen, wo sie anschließend als Jagdtrophäen dienen. Babaz verwies allerdings darauf, dass Talley die Giraffe selbst zum Teil vor Ort verspeist habe. Das restliche Fleisch sei einem Dorf und einem Waisenhaus zur Verfügung gestellt worden.

Von den Vorwürfen gegen Talley hält er nichts: „Menschen sagen Sachen hinter einem Computermonitor, die sie dir nie ins Gesicht sagen würden.“(raer)

 
 

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