Frau findet zehn Tonnen Nazi-Munition in ihrem Garten - Darum steht sie jetzt vor dem finanziellen Ruin

10 tonnen Weltkriegsminution liegen bei einer Münchenerin im Garten. Jetzt soll sie für die Beseitigung zahlen.
10 tonnen Weltkriegsminution liegen bei einer Münchenerin im Garten. Jetzt soll sie für die Beseitigung zahlen.
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  • 10 Tonnen Nazi-Munition liegen bei einer Münchenerin im Garten
  • Nun soll sie für die Beseitigung zahlen
  • Das könnte bis zu 200.000 Euro kosten

München. Tausende Patronenhülsen, hunderte Granaten und Minen. Panzerbrechende Munition, Phosphor für Brandbomben. Wenn Melitta Meinberger in ihrem Garten steht, steht sie vor einer riesigen unterirdischen Nazi-Munitonsgrube. Und vor ihrem finanziellen Scherbenhaufen.

Seit über 70 Jahren verrotten zehn Tonnen Weltkriegsmunition im beschaulichen Münchener Vorort Kieferngarten, berichtet die Süddeutsche Zeitung auf ihrer Internetseite. Bei Bauarbeiten wurde die illegale Waffenmülldeponie der Reichswehr entdeckt.

Entsorgung kostet ein Vermögen

Doch anders als bei Weltkriegsbomben der Briten oder Amerikaner, rückt bei den Nazi-Waffen nicht der Kampfmittelräumdienst an. Stattdessen soll Hausbesitzerin Meinberger selbst für die Entsorgung aufkommen.

Kostenpunkt für die Beseitigung: mindestens 200.000 Euro. Du findest das unfair? Steht aber so in Kriegsfolgengesetz. Das besagt, dass alle Schadenersatzforderungen aus der Nazi-Zeit keine Rechtgrundlage mehr haben. Heißt: Melitta Meinberger muss zahlen.

Seit zwei Wochen darf die 72-Jährige ihr Haus tagsüber nicht mehr betreten. Doch nicht nur sie, auch 200 Personen aus der Nachbarschaft müssen andersweitig unterkommen.

Münchenerin will klagen

Jeden Tag kommen Spezialisten und buddeln den gefährlichen Schatz aus. 40 Tage werden sie insgesamt für ihre Arbeiten brauchen. Meinberger rechnet vor: 1200 Euro pro Tag, plus Zusatzkosten - das ergebe etwa 200 000 Euro. "Das ruiniert uns", sagt sie gegenüber der SZ.

Hilfe ist nicht in Sicht. Zwar hat die örtliche SPD bereits ein Spendenkonto für die 72 Jahre alte Frau angelegt. Die Spenden sind aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Auch von der Stadt gibt es keine Unterstützung.

Ihre einzige Hoffnung: klagen. Wie die Welt berichtet, hat sie sich bereits einen Anwalt genommen. Der kennt sich aus, hat über Kampfmittel und deren Kosten promoviert. „Der Fall Melitta Meinberger hat das Zeug zum Präzedenzfall“, sagt er gegenüber der Welt. (ds)

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