Frankfurt: Zeugin über tödliche Attacke am Bahnhof – „Ich höre den Schrei noch“

Am Frankfurter Hauptbahnhof hat ein Mann (40) einen 8-jährigen Jungen und seine Mutter auf die Gleise vor einen heranfahrenden Zug gestoßen. Die Mutter konnte sich retten, der Bub erlag seinen Verletzungen.

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Nach dem Unglück am Hauptbahnhof im Frankfurt meldet sich nun eine Zeugin zu Wort: „Ich höre den Schrei noch...“.
Nach dem Unglück am Hauptbahnhof im Frankfurt meldet sich nun eine Zeugin zu Wort: „Ich höre den Schrei noch...“.
Foto: imago images/Ralph Peters/Symbolbild

Nachdem ein Mann am Montag einen achtjährigen Jungen am Hauptbahnhof in Frankfurt vor einen ICE gestoßen hatte, melden sich immer mehr Zeugen zur schrecklichen Tat. Eine Verlegerin aus Mainz meldete sich nach der Tat zu Wort: „Ich höre den Schrei noch“.

In einem emotionalen Post erzählt die Augenzeugin von dem tragischen Tod und den Reaktionen der Menschen am Gleis.

Frankfurt: „Bahnsteige und Züge mussten geräumt und evakuiert werden“

Die Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs hat zwei Gleise weiter in Frankfurt gestanden, als das Unglück passierte. Den Schrei der Mutter höre sie jetzt noch in den Ohren klingeln. Kurz darauf nahmen sich wildfremde Menschen in den Arm, redeten mit denen, die unter Schock standen.

Die Bahn hätte „megaschnell“ reagiert: „Bahnsteige und Züge mussten geräumt und evakuiert werden, Menschen psychologisch betreut, der Täter gefasst. In weniger als fünf Minuten waren mehr als fünfzig Helfer, Sanitäter, Polizisten am Gleis. Reisende halfen einander.“ Sie war beeindruckt, wie sehr die Menschen in solch einer schrecklichen Situation zusammenhalten können.

Augenzeugin beschreibt Reaktionen auf tödliche Attacke

Schmidt-Friderichs schreibt: „Ich habe erlebt, dass direkt im Anschluss weintrinkende Menschen auf reservierte Plätze in Ersatzzügen bestehen, aber auch, dass Menschen ihre Koffer öffnen, saubere Kleidung auf den Boden legen, damit verstörte Menschen ihre Füße hochlegen können.“

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Frankfurt: Hautfarbe des Täters solle nicht im Fokus stehen

Friderichs stellte einen Aspekt der Tat immer wieder klar: Ihr war egal, woher der Täter kam. Sie wünsche sich, dass das alle anderen auch so behandeln würden: „Ich werde bitten, dass die Tatsache, dass der Idiot, der das tat, Eritreer war, das Klima in Deutschland nicht weiter vergiftet..." Seine Art sollte nicht auf die Menschen mit Migrationshintergrund übertragen werden.

„Unvorstellbare" Resonanz auf Facebook-Post

Die Verlegerin hat sehr viele Reaktionen auf ihren emotionalen Post bekommen und bedankt sich am späten Dienstagabend dafür.

Die Resonanz auf ihre Worte sei „unvorstellbar." Sie komme aktuell gar nicht dazu, auf alle Reaktionen zu antworten.

Täter in Frankfurt hatte psychische Probleme

Der Täter Habte A. kam aus der Schweiz und war nach Informationen der Polizei auf der Flucht. Er habe seine Ehefrau und seine Kinder am Abend der Flucht in der Wohnung eingesperrt. Mit einem Messer soll er noch eine Nachbarin angegriffen haben.

Der Mann war in psychiatrischer Behandlung, weil er in seinem Job bei den Züricher Verkehrsbetrieben nicht weiterkam. Seit Anfang des Jahres hat der Täter nicht mehr gearbeitet.

Bei seiner Arbeit galt er als engagiert und fleißig. Er wurde in die Integrationsstufe C eingeordnet, welche für einen sehr gut eingelebten Flüchtling gilt. Aus Eritrea ist er geflüchtet, weil er dort den „Nationaldienst“ nicht absolvieren wollte. Er gilt laut Menschenrechtsorganisationen als Zwangsarbeit und von dem Gehalt kann keine Familie leben. (el/mj)

 
 

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