Frankfurt: Mord am Gleis – Mutmaßlicher Täter hatte psychische Probleme und wurde von Polizei gesucht

Am Frankfurter Hauptbahnhof hat ein Mann (40) einen 8-jährigen Jungen und seine Mutter auf die Gleise vor einen heranfahrenden Zug gestoßen. Die Mutter konnte sich retten, der Bub erlag seinen Verletzungen.

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In Frankfurt am Hauptbahnhof wurde ein Kind vor einen fahrenden ICE gestoßen. Der überrollte das achtjährige Kind sofort. Die Polizei nahm einen 40-jährigen Eritreer fest.

Das Kind starb noch in Frankfurt am Hauptbahnhof. Bei dem Opfer handelt es sich um einen achtjährigen Jungen.

Dienstag, 30.Juli: Frankfurt: Neues über dem mutmaßlichen Täter bekannt

19 Uhr: Gegen den Tatverdächtigen wurde am Dienstag Haftbefehl erlassen. Ihm wird Mord und versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen. Hinweise, dass der Mann unter Alkohol oder Drogeneinfluss gestanden habe, hat die Staatsanwaltschaft eigenen Angaben zufolge bislang nicht. Eine erste Atemkontrolle auf Alkohol nach der Tat habe 0,0 Promille ergeben, sagte die Sprecherin.

16.00 Uhr: Auch in Zürich äußerten sich am Dienstag die Behörden zu der schrecklichen Tat in Frankfurt. Es habe bis zur vergangenen Woche keine Vorakten über Gewaltdelikte gegeben. Am Donnerstag musste die Polizei wegen gewalttätigen Verhaltens zum Wohnort des Mannes ausrücken.

Als die Polizei eintraf, stellte sie fest, dass die Ehefrau des Mannes, die drei gemeinsamen Kinder und eine Nachbarin in dem Haus eingesperrt waren. Die Frau habe geäußert, dass sie ihren Mann noch nie so erlebt hatte. Der Mann war auf der Flucht

Es gebe keine Hinweise auf eine Radikalisierung oder ein ideologisches Motiv des Täters. Aber: Die Ermittlungen ergaben, dass der Mann 2019 in psychiatrischer Behandlung war.

15.05: Innenminister Horst Seehofer spricht auf einer Pressekonferenz über die erschütternde Tat in Frankfurt. „Wir sind tief bestürzt“, erklärte Seehofer.

Was wissen wir über den Täter? Der Gleiskiller von Frankfurt kommt gebürtig aus Eritrea und lebt seit 2006 in der Schweiz. 2008 wurde ihm dort offiziell Asyl gewährt. Er hatte dort die sogenannte "Niederlassungsbewilligung der Kategorie C", was so viel heißt, dass er "gut integriert" war. Der Mann hat drei Kinder. Er sei einer festen Arbeit nachgegangen und galt diesbezüglich als "vorbildlich".

Seehofer merkt an, dass über den Mann in einer firmeninternen Publikation als „Beispielfall gelungener Integration“ geschrieben wurde. Erst später sei er in der Schweiz negativ aufgefallen. Er hat laut Dieter Romann, Chef der Bundespolizei, dort eine Frau mit einem Messer bedroht und anschließend gewürgt. Daraufhin wurde er von Polizei gesucht.

Der Mann ist legal nach Deutschland eingereist.

Wegen der positiven Integration des mutmaßlichen Mörders ergeben sich laut dem Innenminister aus der Tat „aufenthaltsrechtlich keine Konsequenzen.“

Zum Motiv gibt es bislang weiterhin keine Erkenntnisse.

11.54 Uhr: Bei dem Tatverdächtigen im Fall der tödlichen Attacke auf ein Kind im Frankfurter Hauptbahnhof handelt es sich um einen verheirateten Familienvater. „Er soll seit 2006 in der Schweiz leben, er soll verheiratet sein und Vater von drei Kindern sein“, sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, am Dienstag. „Er hat angegeben, er sei vor wenigen Tage von Basel mit dem Zug nach Frankfurt gefahren.“

8.41 Uhr: Die Polizei hat nach der schrecklichen Tat von Frankfurt eine schlimme Befürchtung. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, sagte im Gespräch mit der „Tagesschau“: „Die Polizei versucht sich nach jedem Fall präventiv besser einzustellen. Bei Taten, die vorsätzlich geschehen, stößt sie jedoch an ihre Grenzen.“ Er befürchtet mögliche Nachahmer. Erst vor gut einer Woche hatte in Voerde ein Mann eine Frau vor einen Zug gestoßen. Sie starb durch den Unfall.

6.15 Uhr: Mittlerweile hat sich auch Innenminister Horst Seehofer zu dem schrecklichen Verbrechen geäußert. Er brach extra seinen Urlaub ab. „Angesichts mehrerer schwerwiegender Taten in jüngerer Zeit“ berief er ein Treffen der Sicherheitsbehörden ein. Dabei verurteilte er die tat mit klaren Worten: „Der Täter wird für die Tat mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu Verantwortung gezogen werden.“

Seehofer verwies darauf, dass „in Teilen der Öffentlichkeit“ bereits eine Bewertung der Tat vorgenommen werde. „Dies ist seriös aber erst möglich, wenn die Hintergründe aufgeklärt sind“, betonte der Minister. Auf Twitter brachten manche Nutzer die Tat am Montag in Verbindung mit der deutschen Asylpolitik.

22.46 Uhr: Motiv immer noch vollkommen unklar

Der Mann, der eine Mutter und ihr Kind vor einen einfahrenden Zug geschubst haben soll, redet nach Angaben der Polizei immer noch nicht. Gegen ihn wird wegen vollendeten und zweier versuchter Tötungsdelikte ermittelt.

Das Motiv des 40-Jährigen ist bisher vollkommen unklar. Ein Kriminologe der Ruhr-Uni-Bochum vermutet, dass der Mann von der Tat in Voerde vor zwei Wochen aufgestachelt worden sei.

21.15 Uhr: Bahnverkehr wieder freigegeben

Nach der tödlichen Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof am Montag sind am Abend alle Gleise wieder freigegeben worden, so ein Sprecher der Bahn. Der Zugfahrplan pendele sich nach und nach wieder ein. Die Gleise 4 bis 9 waren wegen der Ermittlungen für mehrere Stunden gesperrt gewesen. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen.

In Absprache mit der Polizei seien nun als letzte beiden auch die Gleise 6 und 7 freigegeben worden, so der Sprecher weiter.

20.22 Uhr: Haftbefehl erlassen

Wie die Staatsanwaltschaft bekannt gegeben hat, wird der Mann, der die Mutter mit ihrem Kind vor einen einfahrenden ICE geschubst haben soll, am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.

18.45 Uhr: Neue Details zum mutmaßlichen Täter

Nach neuesten Erkenntnissen soll der mutmaßliche Täter aus der Schweiz angereist sein. Bislang habe er sich im Verhör noch nicht zu der Attacke geäußert. Er sei aber bisher nicht polizeibekannt gewesen.

Der Mann soll eine Mutter mit ihrem achtjährigen Sohn vor einen einfahrenden ICE geschubst haben. Die Mutter konnte sich nach Polizeiangaben nur retten, weil sich zwischen den Gleisen ein Fußweg befunden hat. Der Junge wurde durch den Zug getötet.

17.43 Uhr: Innenminister mit harter Ansage

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterbricht wegen der Tötung des Jungen am Frankfurt Hauptbahnhof seinen Urlaub. „Angesichts mehrerer schwerwiegender Taten in jüngerer Zeit“ wolle er die Chefs der Sicherheitsbehörden treffen, erklärte der Minister per Mitteilung. Am Dienstag will er in Berlin die Öffentlichkeit informieren.

Er sei tief bestürzt über den Vorfall in Frankfurt, teilte Seehofer mit. Er wünsche Angehörigen und Freunden des getöteten Jungen Kraft. „Die Hintergründe für das abscheuliche Verbrechen sind derzeit noch unklar.

Es ist jetzt die Aufgabe der Ermittlungsbehörden, diese schnellstmöglich und umfassend aufzuklären“, so Seehofer. „Der Täter wird für die Tat mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu Verantwortung gezogen werden.“ Soweit nötig stelle er dem Land Hessen jede Unterstützung etwa der Bundespolizei oder des Bundeskriminalamts zur Verfügung.

17.01 Uhr: Kriminologe sieht Zusammenhang zu Voerde

Der Kriminologe Thomas Felten von der Ruhr-Universität Bochum sieht Parallelen zur Tötung in Voerde. Dort wurde eine 34-Jährige am 20. Juli vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Sie ist an ihren schweren Verletzungen gestorben.

Nun vermutet Felten, dass der Täter aus Frankfurt erst durch die Tat in Voerde auf die Idee für die Tötung gekommen ist, berichtet die WAZ. Die Kriminologie bezeichne solche Taten als Marylin-Monroe-Effekt. Nach ihrem Selbstmord hatte es viele Nachahmer gegeben, die ebenfalls Suizid begangen hatten.

Deswegen vermute er, dass der Täter womöglich erst durch die Tat in Voerde auf die Idee gekommen sei, selbst einen Menschen vor einen Zug zu schubsen.

16.25 Uhr: Polizei bittet um Hilfe

Die Polizei Frankfurt bittet nach der schrecklichen Tat, bei der ein achtjähriger Junge sein Leben verlor, um Hinweise aus der Bevölkerung.

Fotos und Videos, die im Zusammenhang mit der Tat entstanden sind, mögen bitte auf dieser Seite hochgeladen werden.

Hinweise können auch über die Email-Adresse hinweise-hauptbahnhof@polizei-hinweise.de oder das Notfalltelefon (069 / 755 - 51199) an die Polizei übermittelt werden.

14.50 Uhr: Zeugin schildert grausame Tat

Eine Zeugin hat die schreckliche Tat mitansehen müssen. So beschreibt die Frau gegenüber „Focus Online“, dass sie am gegenüberliegenden Gleis des Hauptbahnhofs Frankfurt stand, als die Tragödie ihren Lauf nahm.

„Der Zug an Gleis 7 war nur halb in den Bahnsteig eingefahren. Ich habe die Beamten beobachtet, wie sie zum Gleis gerannt sind und habe laute Schreie gehört“, berichtet die Frau.

Weiterhin schildert die Augenzeugin: „Die Menschen waren leichenblass, haben teilweise geweint.“

13.40 Uhr: AfD nutzt die Tat aus

Kaum hatte die Polizei die Herkunft des mutmaßlichen Täters veröffentlicht, witterte die AfD die Chance, Stimmung gegen Ausländer zu machen. Alice Weidel twitterte direkt: „Laut Polizei #Frankfurt hat ein 40-jähriger Afrikaner den 8-jährigen und seine Mutter auf die Gleise gestoßen. An Entsetzlichkeit ist diese Tat kaum mehr zu überbieten - was muss noch passieren? Schützt endlich die Bürger unseres Landes - statt der grenzenlosen Willkommenskultur!“

Für den Beitrag bekommt die AfD-Vorsitzende allerdings nicht nur Applaus. Viele Twitter-Nutzer kritisieren ihr Vorgehen scharf, schreiben unter anderem:

  • „Widerlich und respektlos diese furchtbare Tat für die eigene Politik auszunutzen.“
  • „Sollte sich jetzt aber rausstellen das es sich bei der Mutter und Kind nicht um Deutsche handeln wird der Tweet wieder schnell gelöscht?“
  • „Muss die AFD diese Taten ausschlachten? Auf dem Oktoberfest passierten jedes Jahr solche Taten, Vergewaltigungen und mehr und niemand von der AFD stört sich daran. Nur weil ein Afrikaner der Täter ist, wird die AFD aktiv.“

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Das ist bislang bekannt:

  • Ein Eriträer (40) soll ein Kind (8) und seine Mutter vor einen ICE geschubst haben
  • Die Mutter konnte sich gerade noch retten
  • Für ihr Kind kam jede Hilfe zu spät - es verstarb
  • Einige Gleise am Frankfurter HBF sind gesperrt
  • Täter wollte noch andere Menschen vor den Zug stoßen

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Frankfurt Hauptbahnhof: Die Erstmeldung

Eine Sprecherin der „Deutschen Bahn“ bestätigte unserer Redaktion, dass die Gleise 4 - 9 aktuell gesperrt seien. „Es wird auf jeden Fall zu Verspätungen und Teilausfällen kommen“, so die Bahn-Sprecherin.

Wie der lokale Radiosender „Hit Radio FFH“ berichtet, soll der Mann gemeinsam mit dem Kind auch eine Frau ins Gleisbett geschubst haben. Sie habe sich in letzter Sekunde retten können. Bei der Frau (40) handelt es sich um die Mutter des Kindes, wie die Polizei gegenüber dieser Redaktion bestätigte. Sie erlitt einen Schock.

Täter wollte noch weitere Menschen töten

Nach seiner Tat wollte der Mann noch eine weitere Person auf die Gleise schubsen. Diese konnte sich jedoch in Sicherheit bringen.

Der Täter wurde von Passanten überwältigt und konnte bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden.

Zeugen, die die unfassbare Tat mit ansehen mussten, seien weinend zusammengebrochen, berichtet die „hessenschau“. Mehrere Reisende hätten medizinisch behandelt werden müssen. Zudem sei der Bahnsteig voller Kinder gewesen.

Der ICE 592 sei aus Richtung Düsseldorf nach Frankfurt gefahren. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort.

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Fall aus NRW: Mann schubst Frau vor einfahrenden Regionalzug

Erst am 20. Juli ereignete sich ein ähnliches, tragisches Ereignis in NRW. In Voerde schubste ein polizeibekannter Mann eine 34-Jährige vor einen einfahrenden Regionalzug. Für die Mutter kam jede Hilfe zu spät. Das mutmaßliche Motiv des Mannes schockiert zutiefst: er soll aus reiner Mordlust gehandelt haben.

>> Hier kannst du alles zu dem Fall in NRW nachlesen

Wir berichten weiter.

 
 

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