Steckt in dieser Tankpistole eine HIV-Nadel? Das steckt hinter dem Bild, das sich rasant verbreitet

Das Foto dieser Spritze an einer Tankpistole geistert durchs Netz.
Das Foto dieser Spritze an einer Tankpistole geistert durchs Netz.
Foto: autofans.LT/Facebook
  • Durch soziale Netzwerke geistert das Bild einer Spritze an einer Tankpistole
  • Dazu die Warnung: Überall gebe es diese Nadeln, sie seien mit HIV infiziert
  • Das steckt hinter dem Foto

Moreno Valley.  Ein Bild geistert durch soziale Netzwerke, versetzt Nutzer in Angst. Auf ihm zu sehen ist eine Tankpistole, an deren Griff eine Spritze befestigt wurde. Die Warnung zu dem Foto: Die Nadel sei mit HIV infiziert und an mehreren Tankstellen gefunden worden, deshalb solle man beim Zapfen aufpassen.

Hinter dem Bild verberge sich eine wahre Begebenheit, deren Fakten so verzerrt wurden, dass daraus eine Falschmeldung entstanden sei, berichtet das Online-Portal „Mimikama“, das über Fake News aufklärt. Das Foto wurde im Mai 2017 an einer Tankstelle in Moreno Valley im US-Bundesstaat Kalifornien aufgenommen.

HIV-Spritzen an etlichen Tankstellen zu finden?

Jose Medina wollte auftanken, bevor er zur Arbeit fuhr. Dabei verletzte er sich tatsächlich an einer Nadel, die an der Tankpistole befestigt worden war. Er sei direkt ins Krankenhaus gefahren, um dort untersuchen zu lassen, ob er sich mit einer Krankheit infiziert habe, berichtet der US-Sender Fox. Die Polizei sei informiert worden.

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Nach dem Vorfall postete Joses Tochter Jacqueline Medina das Foto der Tankpistole auf Facebook, um andere vor der Spritze zu warnen. Sie berichtete zunächst weder von einer HIV-Infektion ihres Vaters, noch behauptete sie, das diese manipulierten Zapfhähne überall zu finden seien.

Doch andere Nutzer kopierten das Foto und versahen es mit Warnungen vor zahlreichen HIV-infizierten Spritzen an Tankpistolen. Diese Falschmeldungen hatten hingegen nichts mit der realen Geschichte zu tun.

Mann durch Nadel nicht infiziert

Joses Tests auf Infektionen fielen negativ aus, wie seine Tochter Jaqueline auf Facebook mitteilte. Obwohl Jose sich durch die Nadel offenbar nicht infizierte, machte die falsche HIV-Warnung vor allem bei US-amerikanischen Nutzern sozialer Netzwerke die Runde.

Die Falschmeldung wurde wohl in einem Kettenbrief verbreitet, verschickt von einem sogenannten Captain Abraham Sands, der angeblich bei der Polizei in Jacksonville arbeitet.

„Mimikama“ vermutet, dass der Kettenbrief bald in Deutschland die Runde machen wird. Also: Falls du auf Facebook vor HIV-Spritzen an Tankstellen gewarnt wirst, kannst du das getrost vergessen.

Vor Kurzem deckte „Mimikama“ eine Falschmeldung über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher auf, wie du hier erfährst. (leve)

 
 

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