Forscher entdecken 180 Millionen Jahre alten Fischsaurier

Das Fossil eines Ichthyosaurier: Ein ähnliches Modell wurde im Braunschweiger Land gefunden. Dort reicht eine Schicht aus der Zeit des Unterjura bis an die Erdoberfläche und es finden viele Ausgrabungen statt.
Das Fossil eines Ichthyosaurier: Ein ähnliches Modell wurde im Braunschweiger Land gefunden. Dort reicht eine Schicht aus der Zeit des Unterjura bis an die Erdoberfläche und es finden viele Ausgrabungen statt.
Foto: imago stock&people
Bei Braunschweig wurde ein etwa drei Meter langer und fast vollständig erhaltener Saurier gefunden. Das Fossil soll präpariert werden.

Braunschweig.. Forscher haben in Schandelah bei Braunschweig einen fast vollständig erhaltenen sogenannten Fischsaurier (Ichthyosaurier) entdeckt. Das etwa 180 Millionen Jahre alte Fossil sei etwa drei Meter lang, sagte der Grabungsleiter Ralf Kosma vom Staatlichen Naturhistorischen Museum Braunschweig am Mittwoch. Das Skelett sei nahezu komplett erhalten, mit Schädel, allen Rippen und durchgehender Wirbelsäule. Es habe eine seltene Rückenlage, wobei die vier Paddel des Fischsauriers vom Körper abgespreizt seien.

Das Fossil werde in den kommenden Monaten präpariert. Außerdem soll der Mageninhalt auf die letzte Mahlzeit des Tieres untersucht werden. Denkbar sei auch in einigen Jahren eine Sonderausstellung über die bisher acht Saurier-Funde seit 2005 in der Region. Allein im vergangenen Jahr hatten die Forscher in Schandelah mehr als 250 Fossilien geborgen, darunter zwei Schädel von Fischsauriern.

Forscher graben gezielt in der Gegend

Das Braunschweiger Land zähle zu den wenigen Orten in Norddeutschland, in der eine Schicht aus der Zeit des Unterjura (circa 199 bis 175 Millionen Jahre vor Christus) bis an die Erdoberfläche heranreiche. Gezielte Grabungen führten zu neuen Funden und Erkenntnissen über die Pflanzen- und Tierwelt.

Die Fischsaurier zählten zur hoch spezialisierten Reptiliengruppe, hieß es. Sie stammten von echsenartigen Vorfahren ab, hätten sich allerdings dem Leben im Meer angepasst, so dass die Beine zum Paddeln umgestaltet wurden.

Das Jurameer erstreckte sich vor 175 Millionen Jahren über große Teile Mitteleuropas. Aufgrund einer schmalen Verbindung zur offenen See war der Wasseraustausch gering. Die Lebewesen aus den oberen Wasserschichten seien nach dem Tod auf den sauerstoff-freien Grund des Meeres gesunken. Dort wurden sie im Bodenschlamm konserviert. (dpa)

 
 

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