41 Tote bei Flammen-Inferno am Flughafen: Pilot erklärt, wie es zu der Tragödie kommen konnte

Foto: dpa

Moskau. Bei dem Brand eines Flugzeugs am Flughafen Moskau haben 41 Menschen ihr Leben verloren.

Ein Flugzeug ist am Sonntag kurz nach seinem Start vom Flughafen Moskau in Brand geraten und musste zurückkehren. In Moskau kam es zur Notlandung. Bilder zeigen, wie das Flugzeug bei und nach seiner Landung in Flammen stand.

Flughafen Moskau: 41 Menschen sterben

41 Menschen kamen bei dem Vorfall am Flughafen Moskau ums Leben. Das bestätigte das staatliche Ermittlungskomitee in Moskau. Unter den Toten sind zwei Kinder.

Als die Maschine am Boden aufsetze, platzte laut den Ermittlern der voll befüllte Tank. Dichter schwarzer Rauch zog in die Luft. Blitzschnell breitete sich der Brand aus.

Das sagt der Pilot zur Notlandung

In einem ersten Statement erklärte jetzt der Pilot, wie es aus seiner Sicht zu der Notlandung kam: „Der Start erfolgte um 18.02 Uhr. Aufgrund eines Blitzes verloren wir die Funkverbindung. Das Flugzeug ging in den direkten Steuerungsmodus über. Die Steuerung erfolgte also nicht über den Computer, sondern manuell", berichtete Denis Ewdokimow gegenüber der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“.

„Die Geschwindigkeit war für eine Landung gering, normal. Wir näherten uns dem Boden reibungslos und mit abnehmender vertikaler Geschwindigkeit", so der Pilot. „Nach einem Stopp haben wir eine Notevakuierung eingeleitet. Zuerst verließ der Copilot das Cockpit, dann ich." Erst nach der Landung sei das Feuer ausgebrochen. „Die vollen Treibstofftanks waren wohl die Ursache“, so Ewdokimow.

Passagiere blockierten Rettungswege

Der Brand sei schnell gelöscht worden. Zahlreiche Passagiere hätten das Flugzeug über Notrutschen verlassen, teilte Aeroflot mit. Möglicherweise seien aber viele Menschen gestorben, weil Passagiere ihr Handgepäck aus den Regalen mitnahmen und so die Rettung verzögerten.

„Nach vorläufigen Informationen geht aus Zeugenbefragungen hervor, dass einige Passagiere in Panik gerieten und ihre Sachen aus den Regalen nahmen, als das Flugzeug auf den Boden stürzte und Feuer fing. Dies machte es schwierig für Passagiere im Hinterteil der Maschine, zu evakuieren, und sie starben bei dem Brand", sagte ein Flughafensprecher der Nachrichtenagentur Interfax.

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Russische Agenturen vermelden, ein Fluggast habe den Brand auf dem Weg nach Murmansk bemerkt und die Crew der Aeroflot-Maschine des Typs Suchoi Superjet-100 alarmiert.

Daraufhin habe der Pilot beschlossen, wieder zum Startflughafen im Norden der Hauptstadt zurückzukehren. Mindestens zehn Menschen seien verletzt worden. An Bord waren den Berichten zufolge 73 Menschen. Die Fluggesellschaft bestätigte, dass der Motor des Flugzeuges aus technischen Gründen Feuer gefangen habe.

Die Ursache des Brandes ist auch am Montagmorgen noch unklar. Es werde in mehrere Richtungen ermittelt, sagte Swetlana Petrenko vom staatlichen Ermittlungskomitee der Agentur Interfax. „Klare Ergebnisse zu den Gründen und Umständen des Flugunglücks werden nach allumfänglichen Untersuchungen auf Grundlage der Ermittlungsdaten vorgelegt“, sagte sie.

Videos zeigen Unglück

Medien berichteten von einem möglichen Motorschaden. Augenzeugen behaupteten, die Suchoi Superjet-100 sei von einem Blitz getroffen worden. Das konnten die Ermittler bislang nicht bestätigen.

Videos zeigen das verherrende Unglück.

Putin kündigt Aufklärung an

Kremlchef Wladimir Putin ordnete eine gründliche Aufklärung an. Er und Regierungschef Dmitri Medwedew sprachen den Angehörigen der Todesopfer ihr Beileid aus. Den Überlebenden sicherten sie Hilfe zu. Am Tag nach dem Unglück sollen die beiden Flugschreiber ausgewertet werden. Beide seien im Wrack gefunden worden, hieß es am Montag aus Sicherheitskreisen der Agentur Interfax zufolge.

Die Maschine war rund eine halbe Stunde nach dem Start notgelandet, der Pilot gab mindestens ein Signal, dass es technische Probleme gibt, wie Medien berichteten. Ersten Erkenntnissen zufolge brach auch der Funkkontakt ab. Die Piloten konnten sich retten.

Die Suchoi Superjet 100 ist die erste Neuentwicklung des russischen Flugzeugbaus nach dem Ende der Sowjetunion, der Kurzstreckenflieger ist seit 2011 zugelassen. Die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot hatte erst im vergangenen Herbst den Kauf von weitere 100 Jets des Typs angekündigt. Die Jets sollten trotz des Unfalls zunächst weiter im Einsatz bleiben, hieß es. (jg/bs/dpa)

 
 

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