Fledermäuse verzögern Autobahn-Bau

Wilfried Goebels
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Halle. Eine Fledermaus-Kolonie verzögert den Weiterbau der Autobahn 33 im ostwestfälischen Borgholzhausen. Intensiv prüfen derzeit Experten der Höheren Landschaftsbehörde in Detmold, "inwieweit die Kolonie der Bechsteinfledermaus möglicherweise beeinträchtigt ist". Experten rechnen mit sechs Monaten Bauverzögerung.

Die im Jahr 2010 nachgewiesene Kolonie mit 31 Fledermaus-Weibchen hat sich in einer Entfernung von 500 Metern zur geplanten Trasse im Waldgebiet von Borgholzhausen-Casum angesiedelt. Seitdem grübeln Fachleute im Regierungspräsidium, welche Schutzmaßnahmen nötig sind.


In der Antwort auf eine Landtagsanfrage erläuterte Bauminister Harry K. Voigtsberger (SPD), dass im Neubauabschnitt der A33 neben der Bechsteinfledermaus "noch 14 weitere Fledermausarten festgestellt" wurden. Bereits bisher wurden für das 129,7 Millionen Euro teure Teilstück zwischen Halle und Borgholzhausen insgesamt 26,4 Millionen Euro für Schutzwälle, Wände, Tierquerungshilfen und Ausgleichsflächen aufgewendet. Außerdem war die Trassenführung der A33 wegen der „besonders streng geschützten" Bechsteinfledermaus schon in den Jahren 2002 bis 2007 aus dem „Tatenhauser Wald" nach Norden verschoben worden.

Über die neuen Mehrkosten für Schutzmaßnahmen und die Verzögerung beim Planfeststellungsbeschluss kann Minister Voigtsberger noch keine Auskunft geben. Für den Minister handelt es sich bei den Millionenkosten auch nicht um eine "Lex Fledermaus". Schließlich dienten die Schutzmaßnahmen auch verschiedensten anderen Tierarten, "die durch den Bau der A33 beeinträchtigt werden".