Fiese Masche: Bei dieser Airline sollte man auf keinen Fall buchen

Von echten Flugzeugen kann „Germany Airlines“ nur träumen – die Fluglinie existiert nämlich gar nicht. (Symbolbild)
Von echten Flugzeugen kann „Germany Airlines“ nur träumen – die Fluglinie existiert nämlich gar nicht. (Symbolbild)
Foto: Rainer Keuenhof / imago/Manngold
  • Mehrere Schweizer sind auf die falsche Airline „Germany Airlines“ reingefallen
  • Die Fake-Fluglinie bot Flüge von Basel nach Pristina an
  • Die Betrüger sind für die Behörden derzeit nicht auffindbar

Basel.  Das Logo setzt sich aus Farben der Deutschlandflagge zusammen, die Homepage kommt seriös und in ansprechendem Design daher: Das ist „Germany Airlines“, eine Fluglinie, die sich „als zuverlässiger Partner für Charterflüge von Deutschland nach Kosovo“ beschreibt. Doch Vorsicht ist geboten: Diese Airline existiert nicht!

Hinter der Fluggesellschaft verstecken sich bisher unbekannte Betrüger, die potenzielle Fluggäste im Internet abzocken. Wie die Schweizer Reklamationszentrale auf ihrer Homepage schreibt, hat sie bereits viele Kundenmeldungen zu „Germany Airlines“ bekommen. Firmensitz der Fake-Fluglinie: die Friedrich-Ebert-Straße 126 in Leverkusen.

Vor allem Schweizer betroffen

Das Schema lief immer gleich ab. Die Reisewilligen buchten Flüge von Basel-Mulhouse nach Pristina auf der Homepage und bezahlten direkt im Anschluss. Zwei Tage vor dem Abflug erhielten sie dann die Mitteilung, dass die Reise annulliert wurde. In einer E-Mail versprach man ihnen jedoch, das Geld zurückzuerstatten oder sie auf einen anderen Flug umzubuchen. Nichts davon geschah.

Blick.ch berichtet von einer Schweizer Familie mit kosovarischen Wurzeln, die ein Jahr lang auf die Flüge für einen Sommerurlaub in der ehemalige Heimat sparte. Für elf Personen zahlten sie insgesamt 3500 Franken (rund 3000 Euro) an „Germany Airlines“ – und fielen auf die miese Masche rein.

Verantwortliche nicht auffindbar

Die Familie suchte sofort Hilfe bei der Polizei. „Dort sagten sie uns aber, dass eine Anzeige sinnlos sei“, sagte der Familienvater gegenüber Blick.ch. Ob sie das lang ersparte Geld jemals wiedersehen, ist unklar.

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Die Betrüger sind derzeit nicht auffindbar, auch die professionell gestaltete Homepage ist mittlerweile offline. Die Telefonnummern, die dort angegeben waren, sind nicht mehr zu erreichen. Die Reklamationszentrale der Schweiz ist nun aktiv geworden. Sie hat eine Strafanzeige gegen „Germany Airlines“ erstattet und das Bundesamt für Polizei hinzugezogen.

Nicolas Camara von der Wild Rechtsanwalt AG verwies gegenüber blick.ch darauf, dass man auch bei größerer Sorgfalt nicht hätte feststellen können, dass es sich um eine Fake-Firma handelt: „Die vermeintliche Airline benutzt hier mit der professionell gestalteten Website ein ganzes Lügengebäude, um den Kunden zu täuschen.“ (raer)

 
 

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