Falsche Diagnose nach Zeckenstich: Wegen Ärzte-Irrtum muss Frau jahrelang bitter leiden

Achtung, die Zecken kommen!

Zecken beißen? Und sie sind nur im Sommer gefährlich? Stimmt nicht! Wir räumen mit den wichtigsten Zecken-Mythen auf.

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  • Eine dreifache Mutter konnte zwei Jahre lang nicht sprechen, nachdem sie von einer Zecke gestochen wurde
  • Die Ärzte stellten zunächst nur eine Gesichtslähmung fest
  • Erst privat bezahlte Tests führten zur richtigen Diagnose

Berlin.  Alles begann mit einer winzigen Hautrötung. Rachel Foulkes-Davies entdeckte die Stelle am Nacken im Juni 2015. Zunächst dachte sich die heute 43-Jährige nichts dabei. Doch wenige Tage später schwollen ihre Augen an und sie begann, das Gefühl in ihrer linken Gesichtshälfte zu verlieren.

Die Britin ging ins Krankenhaus. Doch alles, was man ihr dort gab, war ein Augenverband. Die Diagnose: Gesichtslähmung. Sie sollte sich später als falsch herausstellen, wie die BBC berichtet.

Lyme-Borreliose zu spät erkannt

„Innerhalb von sieben, acht Monaten konnte ich immer schlechter sprechen“, erinnert sich die dreifache Mutter. Bis es irgendwann gar nicht mehr ging. „Ich konnte zwei Jahre lang nicht reden. Ich ernährte mich nur noch von Suppen und Eintöpfen, die auch mithilfe eines Strohhalms essen musste.“

Erst nach mehreren Tests, die Foulkes-Davies aus privater Tasche bezahlte, stellte sich heraus, woran sie wirklich litt: Lyme-Borreliose. Offenbar war sie im Garten von einer Zecke gestochen worden.

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Keine Schutzimpfung gegen Lyme-Borreliose

„Wäre ich sofort richtig diagnostiziert und mit Doxycyclin behandelt worden, hätte ich das alles nicht durchleben müssen“, sagt sie. Jetzt sei es zu spät für eine Behandlung mit dem Antibiotikum.

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) kann Lyme-Borreliose verschiedene Organsysteme angreifen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Eine Schutzimpfung dagegen gebe es nicht.

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So hoch ist das Risiko einer Lyme-Borreliose

Knapp jede dritte Zecke trägt Bakterien der Art Borrelia burgdorferi (Borrelien) in sich. Dass Menschen nach einem Stich an Lyme-Borreliose erkranken, ist die Ausnahme. Eine prominente Betroffene ist etwa die Sängerin Avril Lavigne, wie du hier nachlesen kannst.

Nach Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6 Prozent der Betroffenen eine Borrelien-Infektion nachgewiesen, so das RKI. Bei 0,3 bis 1,4 Prozent der Betroffenen sei mit Krankheitssymptomen zu rechnen.

Rachel Foulkes-Davies hilft die Statistik wenig. Noch drei Jahre nach dem Zeckenstich leidet sie unter chronischer Müdigkeit, vernebelter Sicht und Kopfschmerzen. (cho)

 
 

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