Fall Mesut Özil: Cacau kritisiert die Rassismus-Debatte

Jeronimo Cacau Barreto, Integrationsbeauftragter bei deutschen Fußballbund (DFB).
Jeronimo Cacau Barreto, Integrationsbeauftragter bei deutschen Fußballbund (DFB).
Foto: imago stock&people / imago/Future Image
Cacau, Ex-Nationalspieler und DFB-Integrationsbeauftragter, hat sich zum Fall Mesut Özil geäußert. Er sieht Fehler auf allen Seiten.

Berlin.  Cacau, Integrationsbeauftragter der Deutschen Fußball-Bundes, hat den zurückgetretenen Nationalspieler Mesut Özil kritisiert, aber auch Vorwürfe gegen die DFB-Führung erhoben.

Auf die Frage, ob ein Rücktritt von hilfreich wäre, sagte der Ex-Nationalspieler am Donnerstagabend in den ARD-„Tagesthemen“: „Das ist im Moment schwer zu sagen, weil die Diskussion dann doch sehr emotional ist.“

Aus seiner Sicht habe nicht nur Özil mit seinem Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem langen Schweigen danach Fehler gemacht. „Sondern auch der DFB, der nicht von vorneherein klar eine Richtung gegeben hat und diese Richtung dann auch befolgt hat. Das war heute eine Aussage und morgen eine andere. Und das war schwierig“, kritisierte der frühere Nationalspieler, der seit 2016 Integrationsbeauftragter beim Deutschen Fußball-Bund ist. „Man muss das klar, transparent und offen ansprechen.“ Das sei im Moment aber leider nicht der Fall.

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Cacau: Kein flächendeckendes Rassismus-Problem

Cacau bezeichnete die Rassismus-Vorwürfe Özils als „sehr hart“. Er habe in seinen Jahren beim DFB nichts Derartiges erlebt, obwohl auch er erkennbar einen Migrationshintergrund habe - der 37-Jährige ist gebürtiger Brasilianer. Özil sei ein hochtalentierter Spieler, da seien die Erwartungen hoch. „Eine Kritik, die man an einem Spieler auch mit Migrationshintergrund übt, ist nicht gleich Rassismus.“

Der Integrationsbeauftragte beklagte, die öffentliche Diskussion gehe mittlerweile in eine falsche Richtung: „Man hat das Gefühl, wenn man die Nachrichten sieht und liest, dass Deutschland ein flächendeckendes Rassismus-Problem hat. Das ist nicht der Fall.“ (dpa)

 
 

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