Fall BVB: Wieso bringt Spekulieren auf Kursverfall Geld?

BKA: Tatverdächtiger nach BVB-Anschlag festgenommen

Das Bundeskriminalamt hat die Festnahme eines mutmaßlichen Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus bekanntgegeben.
Fr, 21.04.2017, 07.37 Uhr

Das Bundeskriminalamt hat die Festnahme eines mutmaßlichen Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus bekanntgegeben.

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Der mutmaßliche Täter wollte wohl mit dem Anschlag auf den BVB-Bus Geld machen. So funktionert das Spekulieren auf einen Kursverfall.

Frankfurt/Main.  Der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund sollte nach aktuellem Ermittlungsstand wohl einen Kursverlust der BVB-Aktie auslösen. Über Verkaufs- oder auch Put-Optionen habe der am Freitag in Baden-Württemberg Festgenommene hiervon profitieren wollen, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Wie funktioniert dieses Konstrukt?

Im Grunde handelt es sich um eine Wette: Über Put-Optionen erwirbt sich ein Anleger das Recht, einen Basiswert (Underlying) zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Bei einem Call sichert er sich für ein Underlying einen festgelegten Kaufpreis.

Mit geringen Einsätzen lassen sich große Gewinne machen

Rutscht nun beispielsweise die BVB-Aktie tatsächlich unter den zwischen beiden Seiten vereinbarten Preis, kann der Investor die Differenz praktisch als Gewinn einstreichen. Nach Reuters-Daten sind derzeit mehrere hundert unterschiedliche Optionsscheine auf BVB-Aktien im Umlauf.

Zahlen, bitte: So lese ich eine Bilanz

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Vor allem wenn der Kursrutsch schnell und heftig ausfällt, rechnet sich das für den Investor. Er hat dann die Chance, binnen kürzester Zeit seinen Kapitaleinsatz zu vervielfachen. Anders gesagt: Es lassen sich bei Optionsgeschäften mit vergleichsweise geringen Einsätzen große Summen verdienen. Die Details im Falle des BVB liegen allerdings noch im Dunkeln.

Auf die Bombe folge kein Kurssturz

Der große Kurssturz blieb allerdings aus. Am Tag nach dem Anschlag rutschte die BVB-Aktie zunächst um zwei Prozent auf 5,50 Euro ab, drehte dann ins Plus und notierte zeitweise drei Prozent fester. Zum Börsenschluss lag sie 1,7 Prozent höher bei 5,71 Euro. Seither haben die Titel nie weniger als 5,36 Euro gekostet. Für Anleger ist ein Put mit einem Basispreis von 5,20 Euro also ein Verlustgeschäft.

Der mutmaßliche Attentäter auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hatte sich nach Angaben von NRW-Innenminister Ralf Jäger für den Erwerb von BVB-Aktienoptionen knapp 80.000 Euro geliehen. „Der Täter hat ganz offensichtlich einen Verbraucherkredit aufgenommen“, sagte der Minister am Freitag in Düsseldorf. „Nach meinem jetzigen Kenntnisstand 79.000 Euro.“

Die Börsen-Redaktion der ARD hatte bereits am Tag nach dem Anschlag auf den BVB-Bus berichtet, dass mindestens zwei Put-Optionsscheine im Frankfurter Handel gekauft wurden. Auffällig sei gewesen, dass sie dort – und nicht wie sonst üblich in Stuttgart – gekauft worden seien. Jedoch seien die potentiellen Gewinne in diesen Fällen relativ gering gewesen. (rtr/dpa/ac)

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