Düsseldorf

Experte: Das geschah bei Wackel-Landung von A380 im Sturm

A380 wird bei Landung in Düsseldorf durchgeschüttelt

A380 wird bei Landung in Düsseldorf durchgeschüttelt
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Boulevard-Medien erklärten es schon zur „Horror-Landung“ im Sturm. Experten finden die Bilder einer A380 in Düsseldorf nicht so krass.

Düsseldorf.  Ein Video jagt vielen Zuschauern Angst ein:

. Experten beruhigen aber. Die Passagiere des Fluges EK55 der Emirates Airline von Dubai waren demnach nicht in ernsthafter Gefahr.

„Die Passagiere ganz vorne und ganz hinten wurden mit Sicherheit in den Sitzen ordentlich hin- und hergeschleudert”, sagt Markus Wahl, Pilot und Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit. „Das sieht aber spektakulärer und gefährlicher aus, als es ist. Das kann auch bei einer A380 passieren. Die Maschinen sind für so etwas ausgelegt.” Arbeit war der Landevorgang dennoch. „Man sieht an den Seitenruderausschlägen, wie sehr der Pilot da in die Ruderpedale reintritt, um zu korrigieren.”

Böe im Moment des Aufsetzens

Das tausendfach angeschaute Video auf Facebook und YouTube zeigt, wie das größte Passagierflugzeug der Welt nach dem Aufsetzen auf der Landebahn ordentlich hin und her geschüttelt wird. Der Pilot habe das Pech gehabt, im Moment des Aufsetzens noch einmal von einer starken Böe erwischt worden zu sein, „deshalb ist die Maschine noch mal hoch und hat dann zwei Schlinger hingelegt.” Ausschläge bei Landungen mit Seitenwind seien normal, zwei solcher großen Schlinger eher selten.

Wenn der Seitenwind stärker ist als 35 Knoten (65 km/h) sollten Maschinen nach den Herstellervorgaben einen Flughafen nicht anfliegen, so Wahl. Die Bilder zeigten, dass es keinen konstant starken Seitenwind gegeben habe, „sonst wäre die Maschine schräger reinkommen.” Die stärkste von Kachelmannwetter in Düsseldorf um 14 Uhr kurz nach der Landung gemessene Böre hatte eine Stärke von 74 km/h, das Zehn-Minuten-Mittel um 13.40 Uhr lag dagegen nur bei 35 km/h.

Für den Experten ist das Video nicht zwingend in Beleg für eine fliegerische Glanzleistung des Piloten. „Das kann man anhand der Bilder so nicht bewerten.” RTL-Moderator Sebastian Reddig, der in der Maschine saß, hatte den Flugzeugführer für die Landung auf Twitter gelobt: „In dieser #A380 von #Dubai nach #Düsseldorf saß ich heute. Meisterleistung vom Piloten“, schrieb er.

Flugzeugspotter: „So etwas noch nie gesehen“

Flugzeugspotter Martin Bogdan, dem die Aufnahmen gelungen waren, ist von Seitenwindlandungen fasziniert und hat seit 2012 zahlreiche Touchdowns beobachtet, seit ihm damals ein virales Video gelungen war. „Diese A380-Landung hat mich – als Laien – allerdings schockiert, weil das Flugzeug nach der Landung auf der Bahn so hin- und hergeschleudert ist“, erklärte er unserer Redaktion. „So etwas habe ich persönlich noch nie gesehen.“

Zunächst hatte er in der Überschrift von einem „Beinahe-Crash“ geschrieben, das nach Kritik aber geändert: „Die Gefahr kann ich nicht beurteilen. Der Titel war im Nachhinnein betrachtet zu hart und ich habe mich entschieden, das Video für sich sprechen zu lassen.“ (law)

 

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