Nach Gruppenvergewaltigungen: Englische Gang zu 221 Jahren Gefängnis verurteilt

Das Gerichtsgebäude in Leeds. Hier sind in mehreren Verfahren Mitglieder einer Vergewaltiger-Bande aus Huddersfield verurteilt worden.
Das Gerichtsgebäude in Leeds. Hier sind in mehreren Verfahren Mitglieder einer Vergewaltiger-Bande aus Huddersfield verurteilt worden.
Foto: Andrew Mccaren / imago/ZUMA Press
20 Männer haben im englischen Huddersfield systematisch junge Mädchen missbraucht. Nun müssen viele von ihnen lange ins Gefängnis.

Huddersfield.  Ihr Vorgehen hatte in Großbritannien für Entsetzen und Abscheu gesorgt, jetzt ist eine Bande von Vergewaltigern zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.

20 Männer hatten sich des systematischen sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht. Missbrauch von 15 Mädchen konnte ihnen nachgewiesen werden. Die Opfer waren zwischen 11 und 17 Jahre alt und lebten in der englischen Stadt Huddersfield oder der Umgebung.

Einige öffentlich gewordene Details ihrer Taten hatten ihre bizarre Skrupellosigkeit gezeigt. Untereinander nannten sie sich bei Spitznamen wie „Dracula“, „Beastie“ (Tier) und „Bully“ (Tyrann). Manche ihrer Opfer wurden schwanger, weil Plastiktüten als Kondome benutzt wurden.

Anführer der Bande muss für 18 Jahre ins Gefängnis

Die Männer machten die Mädchen, die aus schwierigen Verhältnissen stammen, mit Alkohol und Drogen gefügig. „Das Leben dieser Kinder ist ruiniert worden“, sagte Geoffrey Marson in Leeds. Der Richter zeigte sich laut „Guardian“ entsetzt, der Fall sei schlimmer als alles, was er bisher erlebt habe.

Marson schickte den Anführer der Bande für mindestens 18 Jahre ins Gefängnis. Dem 35-jährigen Familienvater waren insgesamt 54 Übergriffe zugeschrieben worden, darunter Vergewaltigungen von elf Mädchen. Andere Täter erhielten britischen Medien zufolge Freiheitsstrafen zwischen fünf und 18 Jahren.

Nachrichtensperre stößt bei Rechten auf Kritik

Auf Partys, Autoparkplätzen und in einer Billard-Halle wurden die Opfer missbraucht, nachdem sie mit Komplimenten, Geschenken und Autofahrten angelockt worden waren. Die Verurteilungen liegen teils schon länger zurück, jedoch wurde erst am Freitag eine Nachrichtensperre über einige Fälle aufgehoben.

Die Nachrichtensperre hatte in England zu großen Diskussionen geführt, weil rechte Aktivisten kritisiert hatten, der Fall solle deswegen geheim verhandelt werden, weil sämtliche Täter asiatisch-muslimischen Migrationshintergrund haben. Als Grund für die Sperre galt aber die Tatsache, dass mehrere Fälle unabhänhig voneinander verhandelt wurden. (ba/dpa)

 
 

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