Eltern veröffentlichen Abschiedsbrief von Mobbingopfer

Helmut Hetzel
Die Eltern eines 20-jährigen Mobbingopfers haben in den Niederlanden Auszüge des Abschiedsbriefes veröffentlicht. Ein Bild der Trauerfeier.
Die Eltern eines 20-jährigen Mobbingopfers haben in den Niederlanden Auszüge des Abschiedsbriefes veröffentlicht. Ein Bild der Trauerfeier.
Foto: ap
Der 20-jährige Niederländer Tim R. hielt die alltäglichen Hänseleien und das ständige Mobbing nicht mehr aus. Er nahm sich das Leben. Seine Eltern veröffentlichen Auszüge des Abschiedbriefs - eine öffentliche Anklage an all jene, die Tim gemobbt haben.

Den Haag. Die letzten Sätze in seinem Abschiedsbrief sind erschütternd. Sie lauten: ,,Lieber Papa und Mama, ich bin mein ganzes Leben lang verspottet, gemobbt, veräppelt und ausgeschlossen worden. Ihr seid fantastisch. Ich hoffe, Ihr seid nicht böse auf mich. Auf Wiedersehen, Tim.‘‘

Das ist der Abschiedsbrief, den Tim R. an seine Eltern schrieb. Nach dem Schreiben dieser Zeilen nahm sich Tim R. das Leben. Tim wurde nur 20 Jahre alt. Seine Eltern Gerrit und Hetty R. veröffentlichten jetzt den Abschiedsbrief ihres Sohnes in Form einer Todesanzeige in der Regionalzeitung ,,Twentse Courant Turbantia.‘‘ Die Anzeige löste in den Niederlanden einen Schock aus. Sie ist eine öffentliche Anklage an all jene, die Tim R. Zeit seines Lebens gemobbt haben.

Anzeige gegen Unbekannt

Die Eltern haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Sie wollen, dass die Polizei die Personen findet, die Tim in den sozialen Medien wie etwa Facebook oder Twitter regelmäßig verspottet und der Lächerlichkeit preisgegeben haben.

In diesen sozialen Medien kursierten seit langem Berichte über Tim R. Darin hieß es, er sei „ein Loser“, er sei „schwul“, er sei „ein Softie“. Auch der Eissalon ,,Happy Days‘‘ in Denekamp, wo sich der Student Tim R. einige Euro dazu verdiente, wurde in den sozialen Medien durch den Kakao gezogen. ,,Es war 2010, als die ersten Berichte in den sozialen Medien auftauchten“, erinnern sich Martina und Henk Knol, die Eigentümer des Eissalons, in dem Tim R. jobbte. ,,Wir haben sie aber nicht ernst genommen“, sagen sie.