Eltern geben schwerstverletztes Mädchen ab – und flüchten

Ein Arzt bei der Operation (Symbolbild). In Hamburg mussten Ärzte eine Vierjährige notoperieren, die mit schweren Verletzungen eingeliefert wurde.
Ein Arzt bei der Operation (Symbolbild). In Hamburg mussten Ärzte eine Vierjährige notoperieren, die mit schweren Verletzungen eingeliefert wurde.
Foto: imago/Westend61
Eine Vierjährige wird in Hamburg mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Praxis eingeliefert. Die Eltern des Mädchens verschwanden.

Hamburg.. Nach mehreren Kindesmisshandlungen erschüttert ein möglicher neuer Fall die Hansestadt Hamburg. Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ gaben Eltern ihr vierjähriges Mädchen am Sonntag mit lebensgefährlichen Verletzungen in einer Notfallpraxis im Stadtteil Altona ab. Danach verschwanden beide.

Das Mädchen wurde sofort für eine Notoperation in das nahegelegene Altonaer Kinderkrankenhaus gebracht. Die Ärzte stellten innere Verletzungen und Hämatome am gesamten Körper des Kindes fest. Die Notoperation konnte das Leben der Vierjährigen retten. Ob sie dauerhafte Schäden erlitt, war zunächst noch unklar.

Vater des Kindes im Fokus

Das Paar gab in der Notfallpraxis an, das Mädchen habe einen Fahrradunfall gehabt. Die Mitarbeiter riefen angesichts der Verletzungen sofort die Polizei. Bevor die Beamten eintrafen, verließ das Paar jedoch die Praxis. Die Mordkommission der Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags.

Im Fokus steht dabei der Vater des Kindes. Die Wunden am Körper des Mädchens können nach den Erkenntnissen der Mediziner nicht von einem Unfall, sondern nur von heftigen Schlägen mit der Hand oder einem Gegenstand herrühren.

Die Verletzungen sind wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum entstanden. Die Staatsanwaltschaft wollte den Fall gestern mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht kommentieren.

Immer wieder tödliche Misshandlungen

Nach „Abendblatt“-Informationen war die Meldeadresse der Familie auch für die Polizei zunächst nicht auszumachen. Erst hieß es, die Eltern stammten aus Bulgarien und hielten sich noch nicht lange in Deutschland auf. Offenbar kommt jedoch auch eine andere Nationalität infrage. Wie es in Polizeikreisen heißt, wurde die Familie bislang nicht von einem Jugendamt im Rahmen der Erziehungshilfe oder anderer Maßnahmen betreut.

Dieser Text erschien zunächst auf www.abendblatt.de

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